Mit der Lizenz zum Musizieren - Schulkonzert 2019

Mit der Lizenz zum Musizieren

Abwechslungsreiches Sommerkonzert des Willibald-Gymnasiums - Stellvertreter geht in Ruhestand
Eichstätt (EK) Es mag ja sein, dass sich im französischen Cannes die Filmstars die Klinke in die Hand geben.

Doch nichtsdestotrotz waren am Dienstag Abend im Stadttheater beim Sommerkonzert des WG unter dem Motto "Von Helden und Schurken" immerhin die Songs von Weltstars und Kinohits zu hören.

Doch immerhin einer von ihnen hatte es dann zumindest als Nachahmer an die Altmühl geschafft. Der Geheimagent James Bond 007 (Julius Straus) war im Stadttheater erschienen und moderierte gemeinsam mit Sonja Blümer den Abend. Deren kurzweilige und knackige Moderation - "ich habe die Lizenz zum Moderieren", meinte der Bond-Schüler - fügte sich nahtlos in das abwechslungsreiche und auch an Überraschungsmomenten nicht arme Abendprogramm ein. Schier unglaublich war die Menge an Namen, die als Mitwirkende an diesem Konzert auf dem Programmzettel abgedruckt waren. Nur der Schriftgröße acht war es zu verdanken, dass alle Namen auf eine Seite passten.

Den jüngsten Musikern war es vorbehalten, den musikalischen Reigen an diesem Abend zu eröffnen. Die Streicherklasse erfreute unter anderem mit einem Sad Movie. Herzerfrischend, mit welcher Inbrunst die jungen Streicher, die vor einem Jahr oft noch nicht einmal wussten, dass es Frösche nicht nur in Teichen gibt, ihre Instrumente bedienten. Schon fast abgeklärt wirkten dagegen die Streicher aus der sechsten Klasse, die unter anderem einen Happy Blues präsentierten. Mit dem Auftritt des Orchesters schlug dann auch die musikalische Stunde von James Bond: Zunächst erfreuten sich die Zuhörer an der schwungvollen Interpretation der allseits bekannten Titelmelodie des Agententhrillers, bevor dann auch noch das Lied Skyfall intoniert wurde. Und bei so viel Filmmusik ließen sich auch die Lehrer vom Filmvirus befallen: Ein eigens zusammengestellter Lehrerchor interpretierte den "Song of the Misty Mountains" aus dem Hobbit-Film. Dabei fühlte man sich nicht nur aufgrund des parallel eingespielten Naturfilms in die Fantasiewelt eines J. R. R. Tolkien versetzt. Der Unterstufenchor mischte eine Tanzeinlage in seinen "Happy"-Beitrag, ehe die Percussiongruppe mit einer "Zugfahrt" beeindruckte. Das Vokalensemble leitete dann in die Pause über.

 

Die zweite "Halbzeit" begann mit dem Auftritt des großen Chores: Stimmgewaltig und äußerst rhythmisch legte er unter anderem den "Circle of life" von Elton John auf die Bühne. Was nun folgte, war eine Überraschung im Ablauf der Sommerkonzerte des WG: Mit dem Lied "Du bist der wahre Held, wir wolln dir heute applaudiern" verabschiedeten die vier Musiklehrer Christine Bleitzhofer, Bettina Hochholzer, Barbara Rank und Thomas Klaschka den stellvertretenden Schulleiter Heribert Netter, der mit Ablauf des Schuljahres in den Ruhestand geht. Auch Schulleiter Claus Schredl formulierte am Abend schon einmal die ersten von wohl noch vielen kommenden Verabschiedungsworten: "Du bist das Herz der Schule. Wir müssen dir Danke sagen für alles, was du getan hast, vor allem für die liebevolle Art, mit der du es getan hast", meinte Schredl, der es sich nicht nehmen ließ, mit drei Schülern und dem Publikum einen kleinen spontanen Sprechgesang zu Ehren seines Stellvertreters aufführen zu lassen.

Die Zeichen auf Abschied standen auch bei den diesjährigen Abiturienten: Mit dem Lied "Tage wie diese" verabschiedeten sie sich von der Schulfamilie, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Frei nach den Fanta 4 intonierten die Musiklehrer einen Abschiedssong auf die Abiturienten. Bei der großen Anzahl an Schulabgängern hätte einem fast mulmig werden können, was die musikalische Zukunft der Schule betrifft, doch gerade die vielen Nachwuchsmusiker in den unteren Klassen ließen dieses Gefühl schnell verschwinden. Zum Ende bedankte sich Schulleiter Schredl noch mit einem Blumenstrauß bei den vier verantwortlichen Musiklehrern.

Der Bigband der Schule unter der Leitung von Thomas Klaschka war es dann traditionell vorbehalten, die Schlussphase dieses kurzweiligen Konzertes einzuleiten. Und damit war dann die Mission von James Bond an der Altmühl beendet.

Andreas Graf