Der Leberkässemmeltomatenketchupkombinierer

Mit vielen unterhaltsamen Stücken haben die Schüler die Faschingsrevue wieder einmal zu einem Highlight im Schuljahr gemacht


 

Wer bisher der Meinung war, dass das Wort verschandeln ganz dudenkonform lediglich verunstalten bedeutet, der wurde  bei der Faschingsrevue des Willibald-Gymnasiums eines Besseren belehrt. Demnach kann man nämlich auch die motorischen Defizite beim Auffangen von Stiften als verschandeln bezeichnen – dank des Namen gebenden Mathelehrers.

 


 

 

 

 

Verkehrte Welt also am Willibald-Gymnasium: Während an allen Tagen des Jahres die Schüler sich brav zu benehmen haben, durften sie an diesem Mittwoch ihre Lehrer auch einmal in humorvoller Weise karikieren und den Schulalltag aus ihrer Sicht darstellen - aber stets unter dem sie schützenden Deckmantel der närrischen Faschingszeit. Dass sie das mehrheitlich mit eigens geschriebenen Stücken taten, bei denen sie ihre kreativen und künstlerischen Seiten voll zur Geltung bringen konnten, zeigte das hohe Engagement im Vorfeld der Veranstaltung.

 

 

Auch die Tatsache, dass sich einige Lehrer an diesem Abend zu kleinen neckischen Spielchen auf die Bühne bitten lassen, macht den besonderen Charme dieser Schulveranstaltung aus, die in diesem Jahr von den drei Schülersprechern Florian Ketterl, Carmen Bauer und Franziska Haag in kurzweiliger Manier moderiert wurde und bei der heuer insgesamt 15 Stücke präsentiert wurden.


 

Den Auftakt des närrischen Reigens machten mit der Klasse 5E die jüngsten Pennäler, die verschiedene gespielte Witze einstudiert hatten, die über den ganzen Abend verteilt zur Aufführung kamen. Dass in ferner Zukunft vielleicht sogar einmal der Lehrer per App gesteuert werden kann, zeigte die Klasse 5B auf. Der Sketch der Klasse 5A stellte die Eigenschaften von Heften in den Mittelpunkt – anstelle von Schülern. Ein ungewöhnliches Ende zeigte das Stück T-Group der Klasse 5D: Komplett auf englisch vorgestellte und bejubelte Musiker begannen nach einer interessanten Choreographie für die Aufstellung zu spielen – mit einer Triangel. Einen Blick in die Zukunft der Schule richtete die Klasse 6A und zeigte auf, wie wichtig es ist, Gummistiefel richtig anzuziehen: Ob diese Kritik wohl eher das aktuelle oder das zukünftige Schulsystem betraf, wurde an diesem Abend nicht geklärt. Das Stück „Was wäre gewesen wenn“ ließ den Mathelehrer der Klasse 6C in verschieden Berufsrollen schlüpfen. So durfte er sich etwa als Yogalehrer oder als Tierfänger ausprobieren, ehe die Schüler aber zur Erkenntnis kamen: „Es ist doch gut, dass Herr Reichenwallner unser Mathelehrer geworden ist.“ Eine bessere Hommage kann man als Lehrer wohl nicht bekommen!


 

Nach der Pause, die von der Bigband musikalisch umrahmt wurde, ging es mit der Klasse 6D himmlisch weiter: „Schulleiter Schredl“ wollte von einer Wolke aus Verweise am Willibald-Gymnasium verteilen und sandte hierfür verschiedene Lehrer auf die Erde. Doch weil die Lehrer zu lange Gitarre spielten oder ununterbrochen Schüler umsetzten, kamen die Verweise nie an, so dass der Chef selbst sich an die Übergabe machte. Doch zunächst wollte er noch seine Quitscheentensammlung putzen. So sind die Verweise bis heute nicht ausgeliefert…


 

Allerneuesten Tratsch über die Schule brachten die WG-News der Klasse 9C, die etwa von schlummernden Lateinlehrerinnen oder geblitzten Porschefahrern berichteten.

Bei zwei Stücken wirkten auch Lehrer mit: Bei „Ich sehe was, was du nicht siehst“ durften sich Marcus Reichenwallner, Stephan Bleitzhofer und Mirjam Steinherr mit drei Schülern duellieren. Bei „The voice of teacher“ traten drei Lehrerduos im Gesang gegeneinander an. Als Preis gab es freilich nichts anderes als ein Steinbacher Mathe-Müsli. Die Q11 glaubte, dass ein Schulalltag viel harmonischer verlaufe, wenn alle miteinander in Reimen redeten. „Schwänzen darf man die Vorstellung nicht, sonst bekommt Herr Klaschka Gicht“, war dabei nur einer der Doppelzeiler für ein freundliches Miteinander. Die Q12 schließlich schickte drei in Lehrer in Tatortmanier auf Verbrechersuche – schuldig war letztendlich der Leberkässemmeltomatenketchupkombinierer.

 

Text: Andreas Graf

Fotos: Johannes Schmidkonz und Andreas Graf