Litauenaustausch 2013: Partnerschaft auf Augenhöhe

Litauische Schüler am Willibald-Gymnasium zu Gast

Auf 20 Jahre Freundschaft blicken die Beziehungen zwischen dem Willibald-Gymnasium und dem Jesuitengymnasium in Kaunas in diesem Jahr zurück. Aus diesem Grund besuchten 42 Schüler und 3 Lehrer aus Litauen ihre Partnerschule in Eichstätt.

Diese Neugierde der jungen Litauer, hat – so empfindet es Alvida Neverdauskaite, die seit 17 Jahren Gruppen nach Eichstätt begleitet – in ihren Augen deutlich zugenommen. Durch die staatliche Souveränität Litauens und den Fall der Berliner Mauer, der letztendlich auch die Teilung Europas aufhob, hat sich bei den litauischen Jugendlichen eine Aufbruchstimmung herausgebildet. Diese wachsen in dem Bewusstsein auf, überall in Europa hinreisen oder auch arbeiten zu können. Den jungen Europa-Fans aus Litauen ist zum Beispiel aufgefallen, dass in Deutschland die Europafahne nicht immer so selbstverständlich neben der eigenen Landesfahne hängt wie bei ihnen.Insofern hat sich auch der Stellenwert der deutschen Sprache stark verändert. Aus dem „Aschenputtel-Dasein“, das sie dort lange Zeit führte, ist die Überzeugung gewachsen, dass das Deutsche letztendlich persönlichen Nutzen bringen kann. Deswegen überrascht es nicht, dass knapp die Hälfte der 700 Schüler am Jesuiten-Gymnasium Deutsch als erste oder zweite Fremdsprache lernt. 

Wenn auch die litauischen Jugendlichen gut auf den Aufenthalt in Bayern vorbereitet worden waren, zeigten sie sich doch nach der Ankunft begeistert. Das Klischee, dass die Deutschen eher als kühl und zurückhaltend gelten, wurde bereits nach wenigen Minuten widerlegt. Eine Gastfreundschaft, bei der einige deutsche Jugendliche sogar auf das Sofa umzogen, um dem Austauschpartner den Aufenthalt möglichst angenehm zu gestalten, hatten sie nicht erwartet.Bei mehreren Ausflügen erlebten die Gäste die Schönheit und den  Reichtum von Bayerns Landschaft und Kultur. Viele litauische Schüler, die überhaupt das erste Mal eine größere Reise unternahmen und noch nie bedeutende Berge gesehen hatten, zeigten sich von der Schönheit der Alpen „überwältigt.“ 

Stephan Bleitzhofer vom Willibald-Gymnasium, der inzwischen die Beziehungen zwischen den beiden Schulen pflegt, glaubt, dass diese Begeisterung für Europa und die hohe Motivation der Litauer, sich in der Schule anzustrengen, auch den Blick der deutschen Schüler weitet.

 

Besuch der Litauer in Eichstätt 2011

Jedenfalls wirkte der Stolz, mit dem die litauischen Schüler bei der Abschiedsparty ihre Kultur präsentierten, ansteckend. Viele Willibaldiner waren in Dirndl und Lederhose erschienen und zeigten bayerische Volkstänze, die Hans Eichiner eingeprobt hatte. Als dann die beiden Gruppen alle Anwesenden zum Mittanzen aufforderten, entwickelte sich litauische und bayerische Volksmusik zum Stimmungsmacher, der fetzige Partystimmung erzeugte.