Auf allen Seiten nur Gewinner

 

Gleich in mehrfacher Hinsicht hat das Weihnachtskonzert des Willibald-Gymnasiums am Freitag Abend nur Gewinner hervorgebracht: Denn nicht nur die Zuhörer durften sich über eine Stunde entspannt zurücklehnen und erfreut den vielfältigen Tönen lauschen, sondern auch die Weihnachtsaktion konnte durch die vielen freiwilligen Spenden einen großen Fortschritt verbuchen.

 


 

Schulleiter Claus Schredl begrüßte in einer übervollen Schulaula – erstmals wurde das Konzert nicht in der Kirche Heiligen Familie, sondern in den eigenen schulischen Räumen ausgetragen – die zahlreichen Zuhörer und thematisierte in seinen kurzen einleitenden Gedanken die schönen Momente im Leben – und deren Planbarkeit: Er habe sich bereits für das kommende Jahr einen Kalender gekauft: „Ich hab den Kalender schon mal durchgeblättert, um zu sehen, was alles auf mich zukommt. Da stand aber nichts“, sagte Schredl, der aber aus der vermeintlichen Not eine Tugend machte: „So ein leerer Kalender bringt einen durchaus auf Ideen. Warum nicht schöne Zeiten einplanen, für sich, für Freunde – für etwas, das gut tut.“ Ein derartiger Termin sei zum Beispiel auch das Weihnachtskonzert der Schule.“ Und daher wünschte der Schulleiter den Anwesenden: „Schön wäre auch, wenn Ihnen unsere Stunde gut tut und Sie ein wenig Ruhe finden.“

Und ruhig ging es auch tatsächlich los: Der Schulchor intonierte gemeinsam mit dem Orchester Händels „Denn die Herrlichkeit Gottes“, ehe die Streichergruppe den berühmten Pachelbel-Kanon auf die Bühne brachte. Der Unterstufenchor erfreute die Zuhörer unter anderem mit einem französischen Weihnachtslied.

Zwischen den Musikdarbietungen haben drei Schüler bisweilen nachdenkliche, bisweilen humorige Texte verlesen. So wurde zum Beispiel auch auf Grundlage des Poetry-Slammers Sebastian23 folgender Satz zu Weihnachten vorgebracht: „Christbaumkugeln sind Scherben, nur früher.“

 

 


 

Zu den neuesten Ensembles an der Schule zählen die Streicherklassen. Vor einigen Schuljahren hat man am WG begonnen, sich seinen Orchesternachwuchs selber zu züchten und diese neue Klassenform eingeführt, die sich bei Schülern und Eltern großer Beliebtheit erfreut. Zunächst nahmen die Streicher der fünften Klassen auf den Stühlen im Bühnenraum Platz. Das musikalische Ergebnis konnte sich durchaus sehen oder vielmehr hören lassen, vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten dieser Nachwuchsmusiker vor vier Monaten oft noch gar nicht wussten, dass ein Bogen für die Geige weniger gebogen als gespannt ist. Interessant natürlich auch zu sehen, dass mancher Schüler von seinem Instrument schlichtweg überragt wird, wenn man beispielsweise den Kontrabass anschaut. Schon etwas souveräner zeigten sich die „Streicherklasse der zweiten Generation“ aus der Klassenstufe sechs, die Jingle Bells intonierten. Die Bläser der Schule erfreuten etwa mit „Komm, du Heiland aller Welt“.

Im dritten Teil des Konzertes intonierte das Orchester unter anderem den berühmten Winter mit seinem Frieren und Zittern im eiskalten Schnee aus Vivaldis Vier Jahreszeiten, bevor der Schulchor mit Hymn ein altbekanntes Lied auf die Bühne brachte.

Mit dem Weihnachtslied Adeste fideles, das alle Musiker gemeinsam mit dem Publikum sangen, fand ein Konzert ein Ende, bei dem es den Musiklehrern Christine Bleitzhofer, Thomas Klaschka, Barbara Rank und Christina Schiekofer gelungen war, eine vorweihnachtliche Atmosphäre in die Schulaula zu zaubern.

Und um noch einmal auf die Gewinner zurückzukommen: Bei dem langanhaltenden Applaus am Ende des Konzertes durften sich freilich auch alle Beteiligten auf den Bühnen wie Gewinner fühlen. Das Konzert war damit beendet, doch der Elternbeirat versorgte die Zuhörer auf dem Schulvorplatz noch mit wärmenden Speisen und Getränken. Die Schülermitverantwortung hatte zudem eine Feuershow organisiert.

 

 


 

Text und Fotos: Andreas Graf