Volles Haus beim Weihnachtskonzert

 

Die Schüler boten ein abwechslungsreiches Programm und zauberten einen besinnlichen Abend, dessen Erlös der diesjährigen Weihnachtsaktion zu Gute kommt.


 

Eines war während des ganzes Abends mehr als deutlich: Falls Musik einen egoistischen Charakter haben sollte, der nur dazu dient, das Talent des Musikers zur Geltung zu bringen oder die zuhörende Schar zu erfreuen, dann hat sie diesen Charakter auf jeden Fall abgelegt: Denn das Weihnachtskonzert des Willibald-Gymnasiums am Freitag Abend hat zu jeder Zeit gezeigt, dass es als Wohltätigkeitskonzert voll und ganz in Zeichen des Nächsten steht und dass auch die diesjährige Weihnachtsaktion der Schule den Blick von einen selbst auf den Nächsten weitet. 

 

Dementsprechend sagte auch Schulleiter Claus Schredl zu Beginn des Konzertes in der Kirche Heilige Familie, die in diesem Jahr gar so gut gefüllt war, dass die letzten Besucher nur mehr einen Stehplatz ergatterten: „Nehmen Sie sich Zeit, die Musik zu genießen und über das nachzudenken, was wesentlich ist in unserem Leben“, meinte Schredl, der weiterhin den Fernsehauftritt von Schwester Caroline thematisierte. Caroline, für deren Projekte die Weihnachtsaktion vor zwei Jahren bestimmt war, sagte, sie lasse die Haustür immer offen, weil bei ihr nichts zu holen sei. Schredl sagte dazu: „Für die Ärmsten der Armen gibt es hier alles zu holen, nämlich zum Beispiel Trost.“ Was könne denn wichtiger sein als der Nächste. „Vielleicht kann dieser Abend dabei behilflich sein, das Wesentliche zu erkennen“, sagte der Schulleiter – womit man wieder beim selbstzweckentfremdeten Charakter der Musik wäre.
  
 

Es ist schon Tradition, dass es der Bläsergruppe vorbehalten ist, den musikalischen Reigen zu eröffnen. So präsentierten die Schüler mit Ferdinand Herfeld (10a), Elias Laumeyer (9b), Leonhard Laumeyer (Q12), Tobias Amon (10a), Michael Vollnhals (10c) und Bernhard Amon (Gast) unter anderem auf sehr getragene Weise ein „Wachet auf, ihr Menschenkinder“. Der große Schulchor erfreute die Zuhörer unter anderem mit einem „Stern über Bethlehem“. Am Klavier zeigte dabei Lukas Michels (6d) sein Können.

Erstmals im Rahmen eines Weihnachtskonzertes durfte die Schulband „Nights Like This“ auftreten. Die Truppe mit Johannes Glas (Q11), Philipp Fixmer und Robin Hoffmann (beide Q12) boten mit Time ein selbstgeschriebenes Stück für Gitarren und Gesang, bevor mit dem Unterstufenchor die jüngsten Sängerinnen und Sänger der Schule sich ins Rampenlicht schoben und unter anderem ein altfranzösisches Weihnachtslied präsentierten.

 
Zu den neuesten Ensembles an der Schule zählen die Streicherklassen:

 

 

Im vergangenen Schuljahr hat man am WG begonnen, sich seinen Orchesternachwuchs selber zu züchten und diese neue Klassenform eingeführt, die sich bei Schülern und Eltern großer Beliebtheit erfreut. Zunächst nahmen die Streicher der fünften Klassen auf den Stühlen im Altarraum Platz. Auch wenn die Aufbauphase hier noch gelegentlich etwas unbeholfen wirkt, so kann sich das musikalische Ergebnis durchaus sehen oder vielmehr hören lassen, vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten dieser Nachwuchsmusiker vor vier Monaten oft noch gar nicht wussten, dass ein Bogen für die Geige weniger gebogen als gespannt ist. Interessant natürlich auch zu sehen, dass mancher Schüler von seinem Instrument schlichtweg überragt wird, wenn man beispielsweise den Kontrabass anschaut. Schon etwas souveräner zeigten sich die „Streicherklasse der zweiten Generation“ aus der Klassenstufe sechs, die unter anderem Jingle Bells intonierten, bevor das Vokalensemble Singphonix mit Witness die Zuhörer erfreute.

Zwischen den musikalischen Darbietungen sprachen Sandra Ausfelder und Achill Basche (beide 10a) besinnliche Texte. Tom Liebelt (9b) überzeugte bei einem Poetry Slam mit der Botschaft „Jeder Mensch ist gleich viel Wert“ und hatte sich dabei auch zwei Flüchtlinge als Stimmeneinwerfer mitgebracht.

Selbstverständlich durfte im Rahmen eines Weihnachtkonzertes auch Archangelo Corellis Pastorale nicht fehlen – das Schulorchester nahm sich diesen barocken Klassiker vor, bevor es gemeinsam mit den jungen Streicherklassen noch 4 Gavotten präsentierte. Mit dem Weihnachtslied Macht hoch die Tür, das alle Musiker gemeinsam mit dem Publikum intonierten, fand ein Konzert ein Ende, bei dem es den Musiklehrern Thomas Klaschka, Barbara Rank und Andrea Riemer gelungen war, eine besinnliche Atmosphäre in die Kirche zu zaubern.

Nach dem Konzert traf sich die Schulgemeinde noch zum Adventsmarkt auf dem Kirchenvorplatz. Der Elternbeirat verkaufte Leberkässemmeln, die Bläser spielten nochmals adventliche Weisen und die Schüler veranstalteten einen Flohmarkt – ebenfalls für den guten Zweck und ohne Selbstzweck.
  

Text und Fotos: Andreas Graf