Rotfuchs in der Falle

Begeisterter Applaus für Musicalgruppe der Unterstufe am Willibald-Gymnasium

Rotfuchs in der Falle

Ein kleines Bühnenjubiläum durfte die Musical-Gruppe des Willibald-Gymnasiums am vergangenen Wochenende feiern. Mit „Rotfuchs in der Falle“ wurde bereits zum fünften Mal eine aufwändige Show aufgeführt, die das Publikum mit begeistertem Applaus belohnte.

Pädagogisches Ziel der Inszenierungen ist es, Schauspieler und Sänger aus den 5. und 6. Klassen zu einem gemeinsamen Projekt zu motivieren. Da das Orchester und das Personal hinter der Bühne aus Mitgliedern der Mittel- und Oberstufe bestehen, erfahren die jungen Künstler zudem die tatkräftige Unterstützung durch die „Großen.“

„Rotfuchs in der Falle“, das von Johann Kraus und seinem Sohn Alexander verfasst und komponiert wurde, setzt ein, als die Tiere der Blumenwiese nach dem langen Winterschlaf erwachen.  Der schusselige Bürgermeister Willi Wühlmaus (Laura Olenik) feilt noch an seiner Rede für den anstehenden Frühlingsball, während ihm seine quirlige Ehefrau Walli (Sandra Schmidt) den Krawattenknoten bindet.

In den folgenden Monologen beobachtet der Zuschauer amüsiert, wie vier Tiere ihre Beiträge für den Kulturpreis vorbereiten, der bei diesem Fest vergeben wird. Frosch Lucky Luftsack (Lilly Aures) macht sich damit wichtig, seinen Kopf genau 8,4 Sekunden unter Wasser zu halten. Igel-Poet Kalle vom Kaktus (Ana Vranjes) kann sich selbst gar nicht mehr beruhigen, dass ihm ein Gedicht gelungen ist, bei dem sich „Schmerz“ auf „Herz“ reimt. Die meditierende Raupe Jogi Joghurt (Ariane Distler) versucht die Zuschauer davon zu überzeugen, wie spannend es sein kann, wenn man zwei Stunden regungslos dasitzt. Schließlich fordert Starsänger Carlo Canzone (Annika Vorig) in Gestalt einer Grille das Publikum auf, sein absolutes Gehör auf die Probe zu stellen.

In diese Idylle des Frühlingsfestes bricht der alte und ausgehungerte Rotfuchs (Lena Brandt) ein, der die Tiere unterwirft und sie in seinem Bau graben lässt. Allerdings gerät er kurze Zeit später in eine Menschenfalle, aus der er sich mit eigener Kraft nicht befreien kann.

Im Lied „Und ich helf doch“ wird nun der innere Konflikt der Tiere thematisiert, ob sie den Fuchs retten sollen oder ob ihnen dessen bevorstehender Tod nicht gerade recht kommt. Nach einer intensiven Diskussion beschließen sie, ihn zu befreien, da er ja immer noch „einer von ihnen“ ist. Im Triumphzug kehren alle Tiere nach der dramatischen Rettung zurück und setzen – mit einem nun geläuterten Fuchs – das Frühlingsfest fort.

Die Schauspieler, die von Johann Kraus und Roland Obermeier als Regisseure betreut wurden, schlüpften gestenreich in ihre Rollen und beeindruckten durch klare Artikulation. Das aufwändige Bühnenbild – eine Blumenwiese und einen Bergwerksschacht – hatte Kunsterzieher Stefan Weyergraf-Streit im Vorfeld von verschiedenen Klassen auf Stoffbahnen drucken lassen. Christian Schurack und Robert Göbel kümmerten sich um die Funkmikrophone.

Die musikalische Leitung lag in den Händen von Thomas Klaschka. Den Mitgliedern des Unterstufenchors bereitete es zum Beispiel bei „Jetzt geht die Party los!“ oder „Rock and Roll ist hip!“ sichtlich Spaß, das Publikum zum Mitklatschen zu animieren und den „Funken überspringen“ zu lassen. Die Orchestermusiker bewältigten die Rhythmen der 11 Lieder sicher und erhielten dafür den „Goldenen Osterhasen des Willibald-Gymnasiums.“

Alle Akteure steigerten sich im Laufe der fünf Vorstellungen und gingen ans Limit ihres Leistungsvermögens, so dass die zahlreich erschienenen Zuschauer die Aufführungen in dem Gefühl verließen, einer – wie es die Mutter eines Schauspielers ausdrückte –„phantastischen Gemeinschaftsleistung“ beigewohnt zu haben.

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