„Höhepunkt im Alltag“

Musical-Gruppe des Willibald-Gymnasiums spielt vor Senioren

Schlussapplaus bei der SeniorenvorstellungBild rechts:
Musical-Aufführung für Bewohner von Altenheimen am Willibald-Gymnasium: Ca. 70 Senioren, viele davon im Rollstuhl, spendeten den Akteuren des Musicals „Rotfuchs in der Falle“ herzlichen Schlussapplaus.

Bild unten:
Schüler aus den 11. Klassen kümmerten sich um den Transport aus der Klinik oder halfen den Besuchern in die eigens gecharterten Busse.

Abholen der Rollstuhlfahrer

Ein zentrales pädagogisches Ziel des Willibald-Gymnasiums liegt darin, den Schülern Verständnis für soziale Probleme zu vermitteln, das aber nicht bloß Theorie bleiben, sondern auch in konkretem Handeln münden soll. Aus diesem Grund hatte die Musicalgruppe des WG Senioren eingeladen, um diese mit der neuesten Produktion „Rotfuchs in der Falle“ von Johann und Alexander Kraus, die kürzlich Premiere hatte,  zu unterhalten.

Den Besuch, den Willy Scherer vorbereitet hatte, begann damit, dass Schüler der 11. Klassen die Gäste in der Klinik Eichstätt abholten. Auf diese Weise kamen die meisten Jugendlichen zum ersten Mal in ihrem Leben mit einer Einrichtung in Kontakt, die gebrechliche Menschen beherbergt. Nach anfänglichen Unsicherheiten, wie man diesen begegnen und wie man sie – im wörtlichsten Sinn – in ihren Rollstühlen „anpacken“ soll, fanden aber Jung und Alt das Aufeinandertreffen interessant, so dass sich bereits auf dem Weg vom Krankenhaus zum Willibald-Gymnasium angeregte Gespräche zwischen den Senioren und den „Zivis auf Zeit“ ergaben.

Die Vorführung selbst begeisterte zum einen durch die Botschaft, die vermittelt wird: Die anfangs eigenbrötlerischen Tiere der Blumenwiese rücken in der Not zusammen, als sie von einem Fuchs unterjocht werden, und finden schließlich in einem Akt der Solidarität noch die Größe, diesen zu retten, als er in der Falle steckt.

Gleichzeitig übertrug sich das Temperament der jungen Schauspieler auf das ältere Publikum, das lebhaft mitging. So stellte Doris Schmidt, die Leiterin vom Hl. Geist-Spital, nach der Aufführung erfreut fest, dass die unbeschwerte Spielfreude der Unterstufenschüler ihre Heimbewohner „richtig gehend angesteckt“ habe. Zum Dank überreichte sie den Akteuren einen Korb mit Süßigkeiten und Erfrischungsgetränken. Martha Molitor, die zusammen mit einer Freundin das Musical besuchte, zeigte sich vor allem durch die Anzahl der Akteure beeindruckt, die an dem Projekt mitgewirkt hatten. Trotz ihres Alters hätte sie bei den Rock-and-Roll-Liedern am liebsten „das Tanzbein geschwungen.“

Nach der Aufführung wurden die Senioren in mehreren Klassenzimmern zu Kaffee und Kuchen eingeladen, den Schüler aus den 10. Klassen servierten. Sabina Rabus aus der 10b zum Beispiel hatte sich freiwillig gemeldet, um den Besuchern einen Nachmittag zu bereiten, den viele ihr gegenüber als „Höhepunkt im Alltag“ bezeichneten. 

Richard Nikol vom Sozialdienst der Kliniken im Naturpark Altmühltal wies schließlich dankbar darauf hin, dass mit diesem Stück die Station 7 bereits zum vierten Mal am Willibald-Gymnasium einer Musical-Aufführung beiwohnte, die sich heuer durch einen „besonderen Charme“ auszeichnete. Neben der Leistung aller Beteiligten hatte ihn besonders die Botschaft des Musicals beeindruckt, die Zuschauer jeden Alters mit nach Hause nehmen können: „Man muss aufeinander zugehen – dann kann man vieles erreichen.“