1200 Mal Applaus

Schülerinnen und Schüler des WG begeistern bei Unterstufenmusical

 

Kenner wissen es schon seit Jahren: Wenn von einer netten Story - gespickt mit viel Lokalkolorit, bayerischer Sprache und untermalt von eingängigen Melodien - die Rede ist, dann war es wieder soweit: Am Willibald-Gymnasium wurde ein Musical für Kinder und Junggebliebene aufgeführt.



In diesem Jahr führte das Musical „Der germanische Drache“ seine Gäste in die Antike. Die Geschichte ist schnell erzählt: Vor langer Zeit lebte in Eichstätt ein geselliges Völkchen, die Germanen. Alles hätte so schön sein können, wenn die Römer Germanien nicht besetzt hätten. Zwar arrangiert man sich miteinander und treibt mitunter am Limes sogar Handel, doch im Untergrund brodelt es. Am Wochenmarkt schließlich kommt es zum Eklat: Am Stand des Fischhändlers Gerlach (Heidi Siegl, 5b) erfahren die Germanen, dass dieser sich auf ein zwielichtiges Spiel mit Publius (Luzia Schweizer, 6b), dem Kommandanten des römischen Kastells, eingelassen und dabei seine gesamten Vorräte an frischem Fisch verloren hat. In seiner Wut und Verzweiflung setzt der Fischhändler eine Belohnung für denjenigen aus, der ihm dabei hilft, den Römern einen Denkzettel zu verpassen. Noch ahnen die Römer nichts von dem drohenden Unheil. Publius vergnügt sich wie gewohnt im römischen Dampfbad und feiert mit seinem Centurio (Nino Barthel, 6b) samt den wachhabenden Soldaten ein Gelage in Saus und Braus.


 

Das einzige, was ihn immer wieder in seinem gemütlichen Leben stört, ist seine Frau Valeria (Antonia Semmler, 6a). Nur einer ahnt, dass den Römern etwas Schreckliches bevorsteht: der Augur (Christoph Drenckhahn, 6c). Doch seine Weissagungen werden von Publius und den Römern nicht ernst genommen und es kommt letztendlich zum Überfall der Germanen, die sich als Drache verkleidet, Zutritt ins Römerlager verschaffen und diesen so einen gehörigen Denkzettel verpassen.



Wie auch schon den vergangenen Jahren wimmelt es in dem Text, den die beiden Eichstätter Alexander Mildenberger und Johann Kraus geschrieben haben, vor Anspielungen und Verweisen auf Orte in der Region. Dabei darf natürlich die Altmühl genauso wenig fehlen wie der Kapellbuck, dessen Wasser als eigene Mineralwassersorte von Dankwart (Raphael Semmler, 5d) angepriesen wird. Euerwang wird als Ort beschrieben, an dem sich laut Publius „Fuchs und Hase gute Nacht sagen“. Wenn allerdings Centurio behaupten darf, dass „Weiber immer nur Ärger machen“, darf er das nur in einer emanzipationsfreien Antike von sich geben. Verweise auf Aktuelles werden an verschiedenen Stellen eingebaut, so bemerkt Publius schockiert, dass die Eichstätter Fußball auf einer Plastikwiese spielen, während der Germane Winnefried (Carla Haas, 5c) dank seiner Esoterik-Linie alles ganz gelassen sieht und Valeria letztendlich goldrichtig erkennt: „Veganes Kochen ist der neueste Trend.“

 

 

Wer jedoch des hiesigen Dialekts nicht mächtig ist, wird an manchen Stellen gewaltig ins Schwitzen kommen. Im besten Bayerisch werden nämlich Blasen an den Füßen beschrieben. „Des saan koane Hehnaaugn, des is a Mords-Bloadern“, weiß Gerlach zu berichten.

 

 

Alles in allem hat die Unterstufe des Willibald-Gymnasiums wieder ein unterhaltsames und kurzweiliges Musical auf die Bühne gebracht, für das vor, auf und hinter der Bühne wieder jede Menge Personen beteiligt waren. Deren reibungsloses Zusammenspiel war letztendlich für den Gesamterfolg verantwortlich: Es standen nicht nur 27 Schauspieler aus den fünften und sechsten Klassen auf der Bühne, sondern auch der Unterstufenchor mit knapp 20 Schülern sowie die Band und eine Samba-Gruppe sorgten die für die passende musikalische Untermalung und kleine Choreografien. Das Technikteam um Hausmeister Robert Göbel und das Bühnenpersonal, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Jahrgangsstufe, sorgten für einen reibungslosen Ablauf hinter der Bühne. Die Gestaltung des Bühnenbilds unterstützten die beiden Kunstlehrer Stefan Weyergraf-Streit und Agnes Birkner. Letztendlich wurden die sechs Aufführungen von über 1200 Personen gesehen. Dabei gehört es auch zur Tradition, dass an einem Nachmittag für Senioren aus der Klinik Eichstätt sowie den beiden Seniorenheimen aus Eichstätt gespielt wurde.

 

 

Am Ende der Freitag-Aufführung bedankte sich Schulleiter Claus Schredl bei den Verantwortlichen. „Eine Musicalaufführung gelingt nur, wenn jeder sein Herz dafür gibt“, sagte Schredl. Neben den Schauspielern meinte er dabei vor allem die drei Damen der Regie und am Dirigentenstab: Anna Wenzl, Yvonne Reb und Barbara Rank. „Dieses Herzblut hat man bei jeder Aufführung gespürt“, war der Schulleiter voll des Lobes.


 

 

Text und Fotos: Andreas Graf