Siam und Angora - das Katzenmusical im Jahr 2017

 

Funkelnde Katzenaugen begrüßten die Zuschauer in der Aula des Willibald-Gymnasiums zum Musical „Siam und Angora“, ein Stück von Johann Kraus und seinem Sohn Alexander Mildenberger. Siam und Angora – so lautet der Name der beiden unter der Regie der Lehrerinnen Anna Wenzl und Yvonne Reb auf der Bühne agierenden Katzenstämme. Beide beten einen anderen Katzengott an und sind deshalb tief verfeindet – außer den Katzen Angie (Julia Kerschenlohr, 5b) und Mike (Nino Barthel, 5b), die aus den unterschiedlichen Familien stammen und sich ineinander verliebt haben.

 

So fragte sich das Publikum schon gleich beim Eröffnungslied, angestimmt von Nino Barthel, der nicht nur als Sänger, sondern auch als Schauspieler das Publikum mit seinem Können in seinen Bann zog, ob denn nicht alle Menschen, auch wenn sie eine andere Religion ausüben, gleich sind und sich trotzdem lieben dürfen. Von der Thematik, dass man nur zusammen stark ist, handelte dann auch gleich ein Lied des Unterstufenchores. Dieser untermalte die Aufführung mit beschwingter Musik und bescherte den Zuschauern einen höchst kurzweiligen Musicalabend. Publikumsmagnet waren natürlich die insgesamt 19 Schauspieler aus den 5. und 6. Klassen, die den Konflikt der Katzenclans mit vollem Einsatz und großem Talent inszenierten: Mikes Familie, der in Oma Warmbeins Haus lebende Stamm der Siam, ist in unheilvoller Stimmung, da das Katzenpaar Mike und Angie heimlich beobachtet worden ist. Auch die auf der Straße hausenden Angorakatzen sind alles andere als begeistert von der Liebesbeziehung. Die Siamkatzen würden doch an einen anderen Gott glauben und die Pfoten beim Beten ganz anders als üblich halten, wie die schriftgelehrte Angorakatze Spezi (Vera Blümer, 6a) aus voller Überzeugung und souverän gespielt erklärt. Zu allem Unglück hat es in dieser verfahrenen Situation auch noch der Immobilienmakler Mr. Money auf das gemütliche Zuhause der Siamkatzen bei Oma Warmbein, die äußerst liebenswürdig und gutgläubig von der Schülerin Lea Weiß (6b) dargestellt wurde, abgesehen. Die Rolle des schlitzohrigen Immobilienhais Mr. Money wurde förmlich dem Schüler Fritz Meyer (6c) auf den Leib geschrieben, der seine Melodien sicher und mit viel Freude vortrug und Oma Warmbein beinahe von seinem raffgierigen Abrissplan überzeugt hätte, obwohl diese doch eigentlich ihr Haus dem Tierschutzverein vermachen wollte. Wäre da nicht der von seiner Familie seit der unrühmlichen Beziehung gemiedene Siamkater Mike gewesen, der überdies durch mit voller Inbrunst gesungene Soli überzeugte. Dieser belauscht zufällig die Machenschaften des Immobilienmaklers und sucht Rat beim verfeindeten Stamm der Angora. Dort kann sich der Stammesführer Felix (Philipp Grimm, 6c) mit stoischer Ruhe gegen den religiösen „Scharfmacher“ Spezi durchsetzen und erklärt sich zur Hilfe für die Siamkatzen bereit. In letzter Sekunde kann von den Angorakatzen der Enkel (Jannik Eichinger, 5c) Oma Warmbeins verständigt werden. Zusammen mit den Katzen kann dieser dem geldgierigen Mr. Money das Handwerk legen. Dank der Hilfe vom eigentlichen Feind lässt sich auch der Häuptling der Siam, Jeff, schauspielerisch hervorragend umgesetzt von Matthias Engelhard (6b), vom stammeseigenen Philosophen Archibald (Luzia Schweizer, 5b) zu einem neuen Pakt mit den Angorakatzen überreden. Die wiedergewonnene Freundschaft trotz unterschiedlicher Religionen und den Sieg der Liebe feiern alle Katzen glücklich und ausgelassen mit dem Schlusslied „Katzengruß“. Begleitet wurden sie dabei von Musikern aus den Klassen 8 bis 12, aus welchen unter anderem Matthias Vetter am Saxophon, Elias Laumeyer an der Trompete oder Tobias Amon an der Posaune herausragten. Geführt wurde die Band und der Unterstufenchor von ihrer engagierten Musiklehrerin Barbara Rank. Das passende Bühnenbild, Oma Warmbeins Keller oder Wohnzimmer, inszenierten die Regisseurinnen mit Unterstützung des Kunstlehrers Stefan Weyergraf-Streit. Nicht sichtbar, aber genauso wichtig, war das Personal neben und hinter der Bühne, das sich um die Technik - darunter Michael Volnhals aus der Q11 und Lukas Heim aus der 10 c als Leiter des Technikteams - und einen reibungslosen Ablauf der Musicalwoche am Willibald-Gymnasium kümmerte. Denn die insgesamt 70 Schüler, die am Musical beteiligt waren, gaben die Aufführung letzte Woche sechs Mal erfolgreich und mit viel Applaus zum Besten, neben den beiden Abendvorstellungen am Wochenende auch für Grundschüler und Senioren während der laufenden Schulwoche.

Artikel: Anna Rixner