Musical 2016

Fuchs, Du bist in´d Fall´n neitappt ...

 

Alle müssen in den Schneidersitz!

Altennachmittag

Carlo Canzone

Der Chor warnt vor dem nahenden Unglück.

Der Fuchs setzt den Bürgermeister ab.

Der Fuchs übernimmt die Macht.

Unsere engagierte Band!

Der Fuchs hat einen Plan.

Kampf gutes Gewissen gegen schlechtes Gewissen

Lucky Luftsack

Meditierende Raupe

Professor Albert erteilt seine Anweisungen.

Schlussbild (mit Regisseur Hans Kraus in der Mitte seiner Schüler)

 

Hilfe für den Rotfuchs


Eichstätt (EK) Jeder hat eine zweite Chance verdient, auch wenn er die Gemeinschaft schon einmal enttäuscht hat. So könnte die Botschaft des Musicals "Fuchs, du bist in d'Falln 'neitappt", einem Stück in bairischer Mundart von Johann Kraus und seinem Sohn Alexander Mildenberger, lauten.

 

Letzte Woche wurde es sechsmal am Willibald-Gymnasium (WG) aufgeführt - neben den beiden Abendvorstellungen auch für Grundschüler und für Senioren. Das Stück sprühte förmlich vor guter Laune und beschwingter Musik. Die ständige Bewegung auf der Bühne, der ins Geschehen integrierte Unterstufenchor und Schauspieler, die auf das ahnungslose Publikum zugingen und es mit hineinnahmen, sorgten für einen höchst kurzweiligen Abend.

Der Inhalt der Geschichte ist schnell erzählt: Die Tiere des Waldes bereiten sich auf ihr mit Spannung erwartetes Frühlingsfest vor. Dabei gibt jeder Teilnehmer seinen einstudierten Beitrag zum Besten, um den Kulturpreis zu gewinnen. Die Vorführungen könnten unterschiedlicher nicht sein: Lucky Luftsack, der Frosch (Jonas Gander, 6 c), kann die Luft für 8,4 Sekunden anhalten, was bei Carlo Canzone, der Grille, nur ein müdes Lächeln hervorruft. Denn er will als stimmgewaltiger Sänger die Herzen der Zuhörer gewinnen und ist sich seines Sieges sicher. Hier ist Fritz Meyer aus der fünften Klasse die Rolle auf den Leib geschrieben, da er seine Melodien sicher und voller Inbrunst vortrug.

Doch noch bevor die Aufführungen wirklich über die Bühne gehen können, erscheint ein unliebsamer Gast: Der Rotfuchs, souverän gespielt von Anne Schmidmeier (6 a), bereitet dem Fest ein jähes Ende und macht die Tiere zu seinen Untertanen, die nun Tag und Nacht für ihn arbeiten müssen. Aber wie es das Schicksal oft will, gibt es eine Wendung: Der Fuchs gerät in eine Falle, aus der er ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskommt.

Walli Wühlmaus (überzeugende Gestik: Patricia Stelz, 6 b) findet den verletzten Widersacher, hat Mitleid und überzeugt die anderen davon, ihn zu befreien. Der Fuchs, der ohnehin lieber zu einer Gemeinschaft gehören möchte, verspricht den Waldbewohnern im Gegenzug ein Leben in Freiheit. Mit vereinten Kräften gelingt schließlich die Rettungsaktion, und das Frühlingsfest kann fortgesetzt werden - mit dem neuen Mitglied, dem Fuchs.

Insgesamt 60 Schüler, darunter zwölf Schauspieler, nahmen an den Musicalaufführungen teil. Dazu zählten außerdem die Mitglieder der Band, aus der unter anderem der Bassist Rafael del Granado und der Schlagzeuger Michael Struller herausragten. Geführt wurden die jungen Musiker und der Unterstufenchor von Musiklehrerin Barbara Rank, die für einen reibungslosen Ablauf zahlreiche Sonderproben eingeschoben hatte. Die passende Idee für das Bühnenbild hatte Kunstlehrer Stefan Weyergraf-Streit: Riesige, bunte Blumen stellten die Wiese, den Ort des Frühlingsfestes, dar.

Nicht sichtbar, aber genauso wichtig war das Personal neben und hinter der Bühne sowie das Technikteam, das sich um die Headsets und die richtige Beleuchtung kümmerte.

Bei der letzten Aufführung unter der Federführung von Johann Kraus wurde er von Claus Schredl, dem Schulleiter des WG, offiziell als Initiator der Musical-Gruppe verabschiedet.

Zum Dank überreichten alle 60 Akteure eine Rose, bevor sie gemeinsam ein auf Kraus eigens umgedichtetes Schlusslied ("Sauber g'macht!") von Barbara Rank und Anna Wenzl, seinen Regieassistentinnen, anstimmten. Somit wurde das kleine Bühnenjubiläum, zehn Musicals ohne Pause, gebührend gefeiert, wenn auch mit einem weinenden Auge wegen des Abschieds. "Was mir immer gefallen hat, war das Zusammenwirken aller Beteiligten. Am Ende sah man stets das Werk einer grandiosen Gemeinschaftsleistung", so Johann Kraus.


Von Yvonne Reb