Schulrekord: Fünf mal die Traumnote von 1,0

 

„Bleiben Sie klug und beharrlich und nutzen Sie diese Freiheit, die auch Verantwortung bedeutet.“ Mit diesen Worten hat Ende Juni Schulleiter Claus Schredl am Willibald-Gymnasium 68 Schülerinnen und Schüler entlassen. Im Rahmen eines Festaktes erhielten sie ihre Abiturzeugnisse.


 

Und zu feiern gab es tatsächlich einiges: Alle 68 Schüler, die zu den Abiturprüfungen angetreten waren, haben letztendlich bestanden. Darunter befinden sich sogar fünf Schüler, deren Zeugnis mit der Traumnote 1,0 versehen ist. Diese Anzahl an Toplatzierungen ist ein Rekord in der Geschichte der Schule. Überhaupt haben 23 Abiturienten und damit etwa ein Drittel eine 1 vor dem Komma.

 


Viele Gründe waren also gegeben, um den Freitag zu einem Feiertag zu machen.

Los ging es bereits am Nachmittag mit einer Dankandacht. Im Anschluss daran folgte der eigentliche Festakt in der Aula der Schule, wo Annika Vorig und Barbara Fischer als Vertreter der Schüler die versammelte Festgemeinde begrüßten. „Wir freuen uns auf den Schritt in die Freiheit.“

Als erste überbrachte Marianne Kräck als Vertreterin des Elternbeirats Glückwünsche an die frischgebackenen Schulabsolventen: „Wir freuen uns auch vor allem deshalb mit euch, weil alle das Abitur geschafft haben“, sagte Kräck – freilich auch zu sich selbst, denn unter den Abiturienten befindet sich auch eines ihrer Kinder. „Mit dem Abitur in der Tasche habt ihr eine gute Grundlage gelegt“, sagte sie. Als Präsent vom Elternbeirat erhielten die Schüler neben der traditionellen Dokumentenmappe mit Schullogo in diesem Jahr auch eine Tüte mit Blumensamen.

Die Abiturienten verglichen in ihrer Rede das WG gemäß ihrem Abimotto mit einem Gefängnis und konnten dabei aus ihrer Sicht viele Gemeinsamkeiten feststellen: Schon die Abkürzung WG stehe ja eigentlich nur für Willibald-Gefängnis. Schon am ersten Tag erhielt man Einheitskleidung (T-Shirts der Schule), es gab Gefängnisaktivitäten (wie zum Beispiel Schulkonzerte), Strafmaßnahmen (Verweise) sowie Beauftragte für Respekt und Disziplin oder auch Lebenskunde. Nach dieser Rückschau wagten die Abiturienten aber auch einen Blick in die Zukunft: „Das WG wird uns nicht als Gefängnis, sondern nur als unser Gymnasium im Gedächtnis bleiben“, sagten Sophie Luther und Benedikt Haunschild. Mit einer Blume und einem Foto des Jahrgangs bedankten sich die Schüler bei den anwesenden Lehrern. „Sie haben uns perfekt auf das Abitur und auf das spätere Leben vorbereitet.“

Schulleiter Claus Schredl ging in seiner Rede ebenfalls auf das Abiturthema ein und meinte: „Wir hoffen, dass Sie nicht nur die Feile und den Spaten für den Ausbruch mitnehmen, sondern alle Werkzeuge, die wir Ihnen vermitteln und mitgeben wollten, um in einer komplexen und komplizierten Welt bestehen zu können.“ Die Schüler hätten gezeigt, dass sie sich zurechtfinden können im Universum und in der eigenen Geschichte. Schredl gab den Abiturienten auch noch Ratschläge mit auf den Weg: „Denken Sie aber auch an die Teamfähigkeit und an das Vermögen, mit anderen gut zusammenzuarbeiten. Wir Menschen sind immer aufeinander angewiesen.“

Für die Vereinigung der Freunde des Willibald-Gymnasiums überbrachte Andreas Graf die Glückwünsche. Der zweite Vorsitzende des Vereins, der Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl, übergab den Sozialpreis des Vereins: In diesem Jahr wurde Benedikt Haunschild für sein vielfältiges Engagement sowohl in der Schule als auch in seinem Heimatort Obereichstätt ausgezeichnet.


 

Nach den Reden erhielten die 68 nun Ex-Schüler die Abiturzeugnisse aus den Händen von Schulleiter Schredl. Viele der Abiturienten bekamen noch zusätzliche Ehrungen (siehe neben stehenden Artikel). Nach der Zeugnisübergabe verabschiedeten sich die Abiturienten noch mit einem Lied. Weitergefeiert wurde dann im Alten Stadttheater.



 

Das gab es am WG noch nie - fünf Schülerinnen und Schüler haben die Traumnote von 1,0 erreicht: Lisa Strauß, Sophie Riedl, Bastian Müller, Michael Wittmann und Luis Bittl (von links).

Text und Fotos: Andreas Graf