Verschworene Schicksalsgemeinschaft

Entlassung der Abiturienten am Willibald-Gymnasium/ Alle Kandidaten bestanden

Wie ein roter Faden beherrschten die Bedingungen des achtjährigen Gymnasiums G8 alle Gespräche und Reden bei der Entlassung des zweiten Abiturjahrgangs am WG in diesem Jahr. Letzten Endes erzielten die Schüler aber ein hervorragendes Gesamtergebnis.


Einhelliger Tenor war, dass die Schulpolitik diesem Jahrgang bis zum Schluss immer wieder Ungereimtheiten, Wendungen und Kapriolen zumutete. Anwesende Eltern, insbesondere die, deren Kinder bereits im G9 das Abitur absolviert hatten, beklagten übereinstimmend den Mangel an Zeit, den man überspitzt als teilweisen Verlust der Kindheit bezeichnen könnte. Schulleiter Gerhard Miehling verglich die Laufbahn dieses Jahrgangs in seiner Rede mit einer Schar fröhlicher Buben und Mädchen, die sich plötzlich im Labyrinth eines dunklen Urwalds wieder fand. Das Marschiertempo wurde wider Erwarten erhöht, Zeit für Verschnaufpausen blieb kaum noch.


Natürlich wurden sich die Schüler dieser Widrigkeiten bewusst; nicht umsonst hatten sich die Abiturienten für den so genannten Abi-Tag ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Rabbits“, dem englischen Begriff für „(Versuchs)kaninchen“, zugelegt. Sie selbst gingen aber während ihrer Schulzeit mit den sich ständig ändernden Bedingungen pragmatischer um, als Eltern und Lehrer gedacht hatten. Einerseits schweißten die Schwierigkeiten den Jahrgang in einer Trotzreaktion zusammen. Zudem schlossen sich Schüler und Lehrer, die für die jungen Leute das Beste aus der Situation herausholen wollten, zu einer „verschworenen Schicksalsgemeinschaft“ zusammen. Dies bewirkte eine menschliche Nähe, die Schulleiter Gerhard Miehling in seiner Rede mit dem Satz „Wir werden euch vermissen.“ auf den Punkt brachte.


Dass dieser Jahrgang trotz allem sehr erfolgreich war, zeigt ein kurzer Blick in die Statistik. Alle 38 Schüler, die zur Abiturprüfung antraten, bestanden. Über ein Drittel der Abiturienten hat eine Eins vor dem Komma seiner Gesamtnote. Insgesamt erreichte der Jahrgang eine Durchschnittsnote von 2,1. Die besten Einzelergebnisse erzielten Anna Böhm und Manuel Tilgner mit einem Schnitt von jeweils 1,2.

Entlassung der Abiturienten 2011


Am WG ist es üblich, bei der Überreichung der Zeugnisse jeden Absolventen mit einem persönlichen Wort und einer Würdigung seiner Leistung zu verabschieden. Stefan Brandl und Lukas Kopp erhielten den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Florian Jung den Mathematikerpreis. Carolin Käufler wurde für ihre Arbeit bei „Jugend forscht“ geehrt. Den Schulpreis für besondere Leistungen erhielten u.a. Julia Meilinger (Spanisch), Corinna Doll (Latein), Sonja Ehret (Biologie) und Theresa Obermeier (soziales Engagement). Die Vereinigung der „Freunde des Willibald-Gymnasiums“ zeichnete Karolina Heer, Katrin Mohr und Stephanie Lindner für ihren Einsatz aus.


Martina Edl, die Vorsitzende des Elternbeirats, die den Abiturienten empfahl, ihre erlernten Schlüsselqualifikationen weiter zu pflegen, schloss sich den Glückwünschen an. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen verglich Landrat Anton Knapp ihre Schulzeit mit einem Fußballspiel, bei dem die Abiturienten dank guter Trainer als „Gewinner vom Platz“ gingen.


Dass die Schüler dieses Jahrgangs trotz aller Zeitnot ihre Kreativität nicht eingebüßt hatten, zeigten sie im Rahmenprogramm. Abiturienten umrahmten den Gottesdienst und den Festakt mit musikalischen Beiträgen. Zudem hatten sie sich eine besonders originelle Form des Dankes ausgedacht.  In Videosequenzen, die bei einer Studienfahrt nach Spanien aufgenommen worden waren, überbrachten die Schüler – oft in Badehose und Sonnenhut – Grüße an ihre Kursleiter. Da sich auch die Lehrer in der glücklich überstandenen Oberstufe oft als Versuchskaninchen vorkamen, erhielt zudem jeder Kursleiter einen Kuchen in Form eines Hasen.