Schülerumfragen im Fach Sozialwissenschaftliche Arbeitsfelder


Im Profilfach „Sozialwissenschaftliche Arbeitsfelder“ (kurz: SwA) entwerfen die Schüler in der 11. Jahrgangsstufe eigene Umfragen zu selbstgewählten Themen, führen die Befragungen durch, werten sie selbstständig aus und präsentieren anschließend ihre Ergebnisse. Die Sozialwissenschaftlerinnen des ersten Oberstufenjahrgangs 2014/2016 machten folgende Umfragen:

 

Umfrage 1: Entscheidungskriterien beim Lebensmittelkauf

Jeder kauft Lebensmittel – aber welche Faktoren beeinflussen die Kaufentscheidung? Ausgehend von dieser Frage haben wir im Profilfach SwA im Juni 2015 eine Umfrage durchgeführt. Die Befragung war quantitativ und anonym. Da die Ernährung offensichtlich für viele immer wichtiger wird, haben wir uns mit artgerechter Tierhaltung, Bioqualität und Regionalität beschäftigt, um herauszufinden, welche Rolle faire Produkte wirklich spielen und wieviel die Leute bereit sind, dafür zu zahlen.

Nachdem wir Hypothesen zu diesem Thema aufgestellt, einen Fragebogen entworfen und die Leute persönlich befragt hatten – was in der Stadt allerdings nicht ganz einfach war -, haben wir unsere Ergebnisse dem Kurs präsentiert.

Wir hatten erwartet, dass bei Frauen ethische Gründe mehr im Vordergrund stehen als bei Männern. Diese These hat sich bestätigt, wenn auch nicht ganz so deutlich wie erwartet: Frauen sind vor allem die Haltung der Tiere und Bioqualität wichtig, während Männer mehr auf Regionalität und Fairtrade achten.

Widerlegt wurde hingegen unsere These, dass Akademiker mehr auf faire Produkte achten: Überraschenderweise kaufen mehr Leute mit Hochschulabschluss im Discounter ein und achten weniger auf Gütesiegel, wie z.B. Bioland und GEPA.

Angela Eder, Inken Kröger und Julia Stadlmeier

 

Umfrage 2: Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung von Menschen

Sind Männer homophober als Frauen? Haben jüngere Menschen ein liberaleres Frauenbild als ältere? Wie stehen die Deutschen zum Islam, wie weit sind sie bereit, sich für Menschen mit Behinderung einzusetzen, sind ältere Menschen rassistischer als jüngere? Diese Fragen finden wahrscheinlich nicht nur wir interessant und haben uns deshalb entschieden, unsere Umfrage in SwA zum Thema Gleichheit und Gleichwertigkeit von Menschen zu machen und unsere elf Fragen an Menschen ab 20 Jahren zu stellen.

Zwei unserer fünf Hypothesen wurden dabei nicht bestätigt, drei schon. Überraschend war für uns, dass die von uns befragten Männer weniger homophob waren als die Frauen und dass die Ablehnung von Moscheen größer ist als von uns erwartet (Grafik 1). Doch insgesamt waren wir von den Ergebnissen am Ende eher positiv überrascht (z.B. Grafik 2).

Lea Kübler und Maria Milaev

 

Umfrage 3: Konsumorientierung / Kaufverhalten

Im Fach Sozialwissenschaftliche Arbeitsfelder der Q11 haben wir im Juni 2015 eine repräsentative Umfrage zum Thema Konsumorientierung durchgeführt. Dabei haben wir den Fokus auf Kleidung, Kosmetik und Mobiltelefone gesetzt. Uns interessierten vor allem die Auswirkungen von Alter und Geschlecht auf das Kaufverhalten. Die Befragung ergab einige interessante Ergebnisse, die wir kurz vorstellen möchten.

Unsere Umfrage zeigte unter anderem, dass Jugendliche mehr Kleidung kaufen, als Erwachsene. Die Mehrheit der Befragten achtet auf Qualität. Frauen kaufen deutlich lieber im Internet ein als Männer, was die erste Grafik veranschaulicht. Erwachsene kaufen mehr Kosmetika als Jugendliche und würden Fehlkäufe eher entsorgen, als sie zu behalten. Zum Thema Mobiltelefone zeigt das zweite Diagramm, dass das Handy für die Jugendlichen eher als Prestigeobjekt gesehen wird, da ihnen Marke und Neuheit besonders wichtig ist.

Es war eine schöne Erfahrung, die Fragebögen zu erstellen, die Umfrage durchzuführen und auszuwerten. Die Umsetzung war nicht immer so einfach, wie wir es zuvor erwartet hatten, da die Beteiligung auf den Straßen sehr gering war und es auch Schwierigkeiten beim Auswerten gab. Trotz allem nehmen wir daraus viel mit und hoffen, dass wir die gewonnenen Fähigkeiten später wieder einsetzen können.

 

Luisa Meyer und Theresa Speth