Besuch der Klassen 9d und 10d im Bayerischen Landtag

 

Dieses Schuljahr hatten wir, die SchülerInnen des sozialwissenschaftlichen Zweiges, Glück: Die Klassen 9d und 10d durften am 19. März 2014, begleitet von Frau Kohler und Frau Wenzl, den Bayerischen Landtag in München besuchen, was höchstens alle zwei Jahre einer Schule ermöglicht wird.

Nachdem wir bereits vor Unterrichtsbeginn losgefahren waren, erreichten wir gegen 9:30 Uhr das Maximilianeum, ein sehr beeindruckendes Gebäude, in dem das bayerische Parlament seit 1949 seinen Sitz hat. Zu Beginn begrüßte uns unsere Führerin, mit der wir auch gleich einen Rundgang durch das Maximilianeum antraten. Wir wurden nun nacheinander durch den Konferenzsaal und den Lesesaal geführt, die beide mit vielen Bildern von wichtigen geschichtlichen Ereignissen geschmückt sind. Als wir als nächstes in den leeren Plenarsaal durften, waren alle einstimmig der Meinung, man sollte zukünftig hier den Unterricht abhalten, da an jedem Platz zusätzlich zu Steckdosen und Fußstützen ein weicher, gepolsterter Stuhl stand, auf dem man vor und zurück fahren und sich nach hinten lehnen konnte. Während wir also die Belastbarkeit der Stühle testeten, bekamen wir von unserer Führerin sehr anschaulich die Aufgaben des Landtages und anderer Ämter, wie zum Beispiel das der Landtagspräsidentin, erklärt. Dann ging es, den unserer Meinung nach bestens als Klassenzimmer geeigneten Saal hinter uns lassend, weiter zum nächsten Tagesordnungspunkt auf unserer interessanten Führung, dem Besuch eines Ausschusses.



Eigentlich waren wir in einer Sitzung des Haushaltsausschusses eingeplant. Diese wurde allerdings kurzfristig für nicht-öffentlich erklärt und so durften wir am Innenausschuss zur Orientierung von Informationsrechten von Kommunalpolitikern teilhaben. Und obwohl dort ausschließlich Politiker versammelt waren, hatte man teilweise das Gefühl, in einem Raum voller Schüler zu sitzen. Es durfte nämlich nur geredet werden, nachdem man aufgerufen wurde, dieser Person hörte dann niemand zu, einige spielten die ganze Zeit an ihrem Handy, sahen nur ab und zu mal auf, aßen, hier und da wurden auch Witze gemacht, über die der jeweilige Erzähler dann selbst am meisten lachte. Und nachdem verschiedenste Anträge von der Opposition gestellt und im Plenum diskutiert worden waren, wurden die Antragsteller jedes Mal von der CSU überstimmt und somit wurde der Antrag nie durchgesetzt.

Gruppenfoto Landtag

Wie schon erwähnt, waren wir also mit der Atmosphäre, die im Ausschuss herrschte, bereits irgendwie vertraut. Allerdings lernten wir dennoch einige interessante Sachen. Da wir den ersten beiden Diskussionen über Transparenz in der Kommunalpolitik und der Klärung einer Klausel im transatlantischen Freihandelsabkommen leider aufgrund des hohen Anteils an Fremdwörtern nicht so gut folgen konnten, bestand das, was wir aus dieser Stunde mitnahmen, hauptsächlich aus Erkenntnissen über die gesetzlich festgelegte Bayerische Biergartenverordnung. So lernten wir etwa, dass ein Biergarten sich nur Biergarten nennen darf, wenn er mindestens einen ausreichend hohen, Schatten spendenden Baum besitzt und man sich sein Essen selbst mitbringen darf.

Anschließend stand unsere Diskussion mit Tanja Schorer-Dremel und Eva Gottstein auf dem Plan, wobei Frau Gottstein leider verhindert war. Doch auch so war es eine sehr aufschlussreiche und interessante Erfahrung und ein sehr angenehmes Gespräch, auch wenn wir in manchen Angelegenheiten Frau Schorer-Dremels Ansichten nicht ganz teilen. Wir bekamen authentische Eindrücke vom Alltag einer Politikerin, der Vereinbarkeit des Amtes mit dem Familienleben und anderen interessanten Aspekte der Arbeit im Landtag.

Als wir alle um 13 Uhr bereits ziemlich ausgehungert waren, durften wir zum Mittagessen in den Hofbräukeller gehen. Zum Schnitzel mit Pommes gab es im Gegensatz zum Tagesheim unbegrenzt und kostenlos Ketchup und Majo, wovon alle begeistert waren.
Als wir dann mit vollem Bauch die Heimreise antreten wollten, kamen einige auf die Idee, ihr eigenes Verhandlungsgeschick zu testen, und führten mit dem Busfahrer eine Diskussion darüber, wo er auf dem Rückweg spontan noch anhalten könnte. Am Ende mussten sie aber feststellen, dass sie das Debattieren lieber den Leuten im Landtag überlassen sollten.

Rückblickend war dies ein sehr aufschlussreicher und interessanter Tag, da wir die uns betreffende Politik mit eigenen Augen sehen durften und sehr viel lernen konnten. Uns hat es allen gefallen und wir hoffen, dass unsere Schule bald wieder einmal diese Möglichkeit bekommen wird den Landtag zu besuchen.

Lea Kübler und Alina Kühnl (10d)