Mit einem Informationstag startet die diesjährige Weihnachtsaktion

 

Mit einem Bambus gegen Armut und Umweltzerstörung


Es ist ein Novum in der Geschichte von Willibald-Gymnasium und Mittelschule Eichstätt: Erstmals sammeln beide Schulen gemeinsam für die diesjährige Weihnachtsaktion. In diesem Jahr geht um ein Bambus-Projekt.

Um was es dabei genau geht, wurde den Schülern der beiden Lehranstalten am Dienstag während einer Infoveranstaltung, zu der Schüler von beiden Schulen nach Jahrgangstufen gegliedert erschienen waren, erklärt. Ein Anspiel zeigte zunächst die dortige Situation auf:



Klaus König, Religionspädagoge an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, erklärte zunächst das geographische Ziel der diesjährigen Weihnachtsaktion: Die Stadt Marikina auf den Philippinen. In dieser Metropolregion wohnen etwa 100 Millionen Menschen. „Es ist eine Region der Gegensätze“, sagte Könige, während er Fotos von schönen Hochhäusern einerseits, andererseits auch von Slumvierteln an schmutzigen Flüssen zeigte. Marikina habe viele Zuflüsse im Bergland, sagte König. Weil in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr viele Wälder gerodet wurden, um Holz und Holzkohle zu gewinnen, ist die Region vor allem in der Regenzeit von vielen Überschwemmungen betroffen. Der Boden kann nämlich nach der Rodung nicht mehr viel Wasser speichern.

Abhilfe soll nun ein Bambusprojekt bringen: Professor Groß, emeritierter Ordinarius für Religionspädagogik, hat auf den Philippinen Pater Ben Bultran kennengelernt, der mit einer einfachen, aber effizienten Variante den Überschwemmungen vorbeugen möchte: Gemeinsam mit den „Kindern der Erde“, wie er seine jungen Mitarbeiter nennt, die ansonsten auf Müllbergen arbeiten müssten, pflanzt er auf den gerodeten Flächen Bambussetzlinge. Positiver Nebeneffekt: Das geerntete Material kann nicht nur als Baustoff, sondern auch für Körbe, Taschen oder Fahrräder verwendet werden. „Der Bambus ist ideal für die Aufforstung“, sagte Groß. Ein Setzling kostet 2,50 Euro, die Pflege für zwei Jahre nochmals 2,50 Euro. Man kann also für fünf Euro einen kleinen Beitrag dafür leisten, die Auswirkungen des Klimawandels zu dämmen.



Bei einem Spendenlauf wollen die Schüler der beiden Schulen möglichst viel Geld für die diesjährige Weihnachtsaktion sammeln. Mittels einer Videobotschaft hat sich auch Pater Beltran schon bei den Schülern für ihr Engagement bedankt. Auch Professor Groß ist schon voll des Lobes über den Einsatz der Schüler: „Die Kinder auf den Philippinen jubeln schon jetzt über euren Erfolg.“

 

 

 Text und Fotos: Andreas Graf