Albert Einstein hätte sich gefreut

 

Ein Hauch von Nobelpreisatmosphäre wehte am vergangenen Freitag durch das Willibald-Gymnasium. Der Physiker Dr. Günter Spanner referierte dort vor Schülern der Oberstufe über den experimentellen Nachweis von Gravitationswellen, also einem Projekt, für das in diesem Jahr der Physiknobelpreis vergeben wurde und an dem auch der Referent einige Zeit mitgearbeitet hatte.

 


Physiklehrer Ferdinand Winhard begrüßte den Gast im Musiksaal der Schule, wo sich nicht nur Schüler des Willibald-Gymnasiums versammelt hatten, sondern im Rahmen eines Kooperationsvortrags auch Schüler des Gabrieli-Gymnasiums erschienen waren, und freute sich, dass mit Dr. Spanner ein äußerst versierter Mann für dieses komplizierte Thema gefunden werden konnte: Dr. Spanner hat in München an der LMU Physik studiert und an der TU promoviert. Derzeit arbeitet er als Technologiemanager für verschiedene Großkonzerne. Der Referent hat selbst einige Zeit am LIGO-Experiment (Laser Interferometer Gravitational Wave Observatory) in den USA mitgearbeitet und konnte so den Schülern nicht nur das Phänomen der Gravitationswellen allgemeinverständlich erklären, sondern sogar aus erster Hand über seine Arbeit an diesem spannenden und bahnbrechenden Experiment berichten.

 

Ausgangspunkt war, so führte der Referent aus, das Jahr 1916, in dem Albert Einstein im Rahmen seiner Allgemeinen Relativitätstheorie die Existenz von Gravitationswellen bereits vorhergesagt hatte – aber nicht beweisen konnte. Einstein habe die Gravitation als geometrischen Effekt erklärt. Fast genau 100 Jahre nach Einsteins Vorhersage gelang mittels Interferenz von Laserstrahlen dennoch der Nachweis. Für diesen Erfolg wurde in diesem Jahr der Nobelpreis für Physik verliehen. „Einsteins Freude wäre riesig gewesen, wenn er beim Nachweis seiner Wellen dabei gewesen wäre“, sagte Dr. Spanner. Dieser Nachweis ist deshalb bemerkenswert, weil die Messmethode den Astrophysikern erlaubt, bisher unsichtbare Phänomene wie zum Beispiel dunkle Materie „sichtbar“ zu machen.

 

Text und Foto: Andreas Graf