Dämmungs-Gruppe

Andreas Lang, Markus Kramer

Beschreibung des Aufgabenfeldes:

Das Team Dämmung und Bauweise beschäftigte sich mit der Auswahl geeigneter Dämmmaterialien einschließlich Fenster für das Niedrigenergiehaus und der Berechnung deren Dicke. Zudem wurden die Werkstoffe für den Rohbau ausgesucht sowie eine Entscheidung über den Haustyp, die Bauweise, getroffen. Dabei wurden jeweils verschiedene Möglichkeiten miteinander verglichen. Später kamen noch die Bauweise der Garage sowie die Mitgestaltung eines Schaukastens zum Aufgabengebiet hinzu.

 

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Abb.1: Temperaturverlauf in

einer außen gedämmten

Kalksandsteinwand im WDV-System

 

Ausgewählte Materialien und Dämmungen:

Um den Standard zu erreichen ist ein Gesamt-U-Wert von unter 0,17 W/m²K nötig.

 

Berechnung der einzelnen U-Werte:

Decke (zum Speicher)                       U=0,0958        A=111,4          d=52,3cm

 

λ (W/mK)

d (cm)

Konstruktionsholz (12%)

Luftschicht (88%)

0,13

0,08

16,0

Konstruktionsholz

0,13

2,4

Zellulose

0,04

32

Spanplatten

0,1

1,9

 

Fassade                                  U=0,0807        A=187,4          d=54cm

 

λ (W/mK)

d (cm)

Putzmörtel

0,7

1,5

Ziegel

0,4

24

PUR

0,026

28

Dämmputzmörtel

0,08

0,5


Kellerwand                            U=0,1423        A=105,2          d=53,5cm

 

λ (W/mK)

d (cm)

Putzmörtel

0,7

1,5

Beton

2

34

Perimeter

0,03

18

 

Kellerboden                          U=0,1142        A=111,4          d=64cm

 

λ (W/mK)

d (cm)

Zement

1,4

2,0

Beton

2

30

XPS

0,038

32

 

Fenster                                   U=0,8              A=46,77m²                 

 

ð  U = 0,1688

 

Kostenkalkulation

(Quelle: Die Preisangaben sind aus dämmstoff.org und Architekturbüro Edl, alle Preise incl. Montage)

 

- Rohbau (Betonwanne, Ziegel, Stockwerkzwischenböden, ohne Dach)

43000€

- Dämmungen (XPS und Perimeter im Keller, PUR an der Fassade, Zellulose am Speicherboden)                                 

29100€

- Fenster

29500€

- Garage (Fundament, Wände, Dach, ohne Tor)      

9000€

 

Alternative Produkte:

Bauweise – die grundverschiedene Materialien (Quelle: bauen.de)

 

Ziegel: gute Werte bei Wärme-und Schallschutz, stabil und langlebig, guter Schutz gegen Feuchtigkeit

Porenbeton: sehr gute Wärmedämmung, relativ leicht, mäßige Schalldämmung, nimmt leicht Wasser auf, wenig druck- belastbar und damit wenig stabil

Styropor (zusammengesteckte Styroporbausteine werden mit Beton ausgegossen): günstig, gute Wärmedämmung, aber nicht besonders feuersicher (Brandschutz)

 

 


 

Bauweise – die verschiedenen Haustypen

Holzhaus (vs. Ziegelhaus) (Quelle: pro-und-kontra.info)

pro: Das Holzhaus hat meist eine gute Dämmung, benötigt nur eine relativ kurze Bauzeit, ist allergikerfreundlich und wird mit geringen Wandstärken gebaut.

kontra: Oft steckt ein hoher Pflegeaufwand dahinter. Zudem ist man mit einem Holzhaus wenig flexibel, da Umänderungen kaum möglich sind. Nur bei guter Pflege besitzt dieser Haustyp eine gleich lange Lebensdauer. Zudem muss exakt geplant werden.

Fazit: Es hängt von der persönlichen Vorliebe des Bauherrn ab, ob er sich für ein Holzhaus entscheidet. Der Pflegeaufwand  ist beim Holzhaus höher als bei vielen anderen Haustypen, aber man hat unter Umständen ein besseres Raumklima.

Die Entscheidung fällt zugunsten des Ziegelhaus aus, weil der Pflegeaufwand möglichst gering gehalten werden soll und die Zuverlässigkeit der künftigen Bewohner bei der Pflege des Hauses nicht vorhersehbar ist.

 

 

Fertighaus (vs. Massivbauweise) (Quelle: pro-und-kontra.info)

pro: Das Fertighaus schneidet bei der Ökobilanz gut ab und zeichnet sich als ressourcenschonend aus, denn es hat eine positive Energiebilanz. Die Bauzeit ist kurz und man muss nicht „Trockenwohnen“.

kontra: Dagegen spricht der geringe Wiederverkaufswert sowie ein hoher Aufpreis bei Sonderwünschen. Oft wird ein mangelhafter Schallschutz verbaut.

Fazit+Entscheidung: Das Fertighaus ist günstig, aber bei individueller Planung „sündhaft“ teuer, deshalb wird massiv gebaut.

 

Dämmungen

alle Kosten in aus: Quelle: daemmstoff.org

 

Vakuum-Isolations-Paneele (VIP) (Quelle: Zeitschrift Energ!e, Ausgabe 2/2011)

VIPs sind zu Platten gepresstes und mit Vakuumfolie umschlossenes und luftleer gepumptes Kieselsäurepulver mit Trübungsmittel.

pro: Diese sind sehr dünn, haben eine äußerst hohe Dämmleitung (WLS 008) und sind überall einbaubar.

kontra: Es besteht aber ein deutlich höherer Kostenaufwand. Außerdem können VIPs unbemerkt undicht werden.

Fazit: Die beiden Nachteile (Kosten, Undichtigkeit) überwiegen deutlich.

 

Holzfaserdämmplatten (Quelle: bauen.de) [160 - 300 Euro/m³]

pro: Holzfaserdämmplatten zeichnen sich durch Umweltverträglich aus.

kontra: Die Dämmwirkung ist schwach, es ergeben sich dickere Wände und eventuell ein Nicht-erreichen des Kfw 55-Standards.

Fazit: Diese Platten sind für unser Haus ungeeignet.

 

Resol (Quelle: bauen.de) 

pro: Resol hat eine sehr hohe Dämmleistung, wodurch dünnere Wände gebaut werden können.

kontra: Es ist jedoch teuer und umweltgiftig.

Fazit: Nachteile überwiegen

 

Erklärungen zu den ausgewählten Materialien und Dämmungen:

 

Ziegel (Quelle: Architekturbüro Edl)

einfache Ziegel (vs. hochwärmegedämmte Ziegel)

pro: Einfache Ziegel sind billig und erfüllen die Anforderung: Sie „tragen das Haus“.

kontra: Sie haben aber eine schlechte Dämmwirkung.

Fazit: Hochwertige Ziegel sind nutzlos, da in jedem Fall eine Außendämmung dazukommt, daher fällt die Entscheidung zugunsten von möglichst billigen, einfachen Ziegeln.

 

 

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Abb.2:Hochlochziegel By Kozuch (Own work) [CC-BY-SA-3.0

(www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or

 GFDL (www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons


 

Beton im Keller (Quelle: Architekturbüro Edl)

Im Keller wird eine weiße Wanne und kein Mauerwerk eingesetzt, da so eine 100%-ige Wasserdichtigkeit hergestellt werden kann, d.h. eine komplette Betonierung des Kellers mit wasserundurchlässigem Beton ohne Mauerwerk.

 

Fenster (Quelle: Architekturbüro Edl)

Die Fenster sind im Passivhausstandard, da große Fenster eingesetzt werden und die Wärmeverluste möglichst gering gehalten werden müssen, um den Standard zu erreichen.

 

PUR (Quelle: waermedaemmstoffe.com) [160 - 400 Euro/m³]

PUR ist ein Kunststoff und wird aus fossilen und nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, aber nicht recycelt werden kann.

Es hat eine hohe Dämmwirkung und verrottet nicht.

 

Zellulose (Quelle: waermedaemmstoffe.com) [50 - 160 Euro/m³]

Ausgangsstoff für die Zelluloseflocken ist Altpapier.

Er ist recycelbar und umweltschonend, da man ihn wiederverwenden kann. Er ist nicht kompostierbar und darf nicht druck-belastet werden, weshalb er Anwendung im Dachbereich findet. Auf die Feinstaubbelastung muss geachtet werden.

 

Perimeter (Quelle: de.wikipedia.org) [250 - 400 Euro/m³]

Die Perimeter-Dämmung befindet sich unter der Erde, jedoch nicht unter der Bodenplatte. Sie darf nur wenig Wasser aufnehmen und darf sich nicht zersetzen, um die Dämmung zu erhalten.

 

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Abb.3:PUR-Dämmung von KVDP (Eigenes Werk)

[Public domain], durch Wikimedia Commons

 

XPS (Quelle: de.wikipedia.org) [250 - 400 Euro/m³]

XPS ist ein extrudierter Polystyrol-Hartschaum, also ein Kunststoff. Dieser zeichnet sich durch eine hohe Druckfestigkeit und geringe Wasseraufnahme bei hoher Dämmleistung aus und ist damit optimal für den Einsatz unter der Bodenplatte geeignet.

 

Bauweise der Garage:

Die Garage wird aus Kostengründen sehr einfach gebaut; sie kommt auf ein Betonfundament, die Wände werden aus Ziegel gebaut und dann verputzt, das Flachdach besteht aus Beton.