MdB Dr. Brandl spricht an seiner alten Schule

 

„Die Sicherheit unseres Landes ist die Herausforderung unserer Zeit“, sagte der Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl im vergangenen November im Bundestag über die politische Situation Deutschlands. Welche Möglichkeiten man für die Realisierung der Sicherheit habe, darüber referierte er am Freitag im Wilibald-Gymnasium in Eichstätt. Er nahm sich einen ganzen Vormittag Zeit, um an seiner ehemaligen Schule über die aktuelle Sicherheitspolitik sowie ihre Problemfelder mit Schülern ins Gespräch zu kommen.

 

MdB Reinhard Brandl im Gespräch mit Schulleiter Claus Schredl

Zu Beginn dieses Doppelvortrags – zunächst hörten die Schüler aus der zehnten und elften Klasse den Vortrag, dann die Schüler aus der zwölften – begrüßte Schulleiter Claus Schredl den Referenten und freute sich auf das „hochinteressante und aktuelle“ Thema. Schredl ließ es sich in seiner Begrüßung freilich nicht nehmen, auch auf die schulische Vergangenheit des Bundestagsabgeordneten einzugehen: „Herr Brandl hat hier am Willibald-Gymnasium vor genau 20 Jahren Abitur gemacht“, meinte der Schulleiter. „Hier wurde er fit gemacht für das Leben“, schmunzelte Schredl, und meinte dabei nicht nur das Schafkopfspielen, das der Politiker heute noch begeistert spielt.

Auch Brandl selbst nahm dieses Thema gerne auf: „Das ist meine Schule“, sagte er stolz, und erwähnte auch gleich, dass das überdimensionale Foto in der Pausenhalle mit Porträts vom Heiligen Willibald in einer verkleinerten Variante vor seinem Büro in Berlin hängt. „So denke ich jeden Tag auch an meine Schulzeit zurück.“

Gekommen war Brandl, um über die Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland zu reden. „Das Thema Sicherheit ist in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden“, sagte Brandl. Dabei sei das Jahr 2015 ein besonderes Jahr gewesen, weil hier die Krisen und Konflikte der Welt Deutschland erreicht hätten. Und schnell kam Brandl auch auf das aktuelle Thema des Islamischen Staates zu sprechen. Der Bundestag habe sich zum Kampf gegen den IS entschlossen. „Das ist aber keine Lösung im eigentlichen Sinn“, gab Brandl zu, sondern schaffe nur Zeit für diplomatische Verhandlungen. Der Terror sei jedoch mittlerweile auch eine Gefahr für Deutsche im Ausland. Zur aktuellen Flüchtlingssituation analysierte Brandl: „Wir sehen momentan in Deutschland nur die Spitze des Eisbergs, wenn man sich die weltweite Gesamtzahl der Flüchtlinge betrachtet.“ Es müsse unsere Aufgabe sein, auch die Ursachen der Flüchtlingskrise zu beheben.

In einem weiteren Teil des Vortrags sprach Brandl auch die Instrumentarien an, mit denen Deutschland Krisen beheben könne: neben den Streitkräften, der Polizei und der Entwicklungszusammenarbeit nannte er dabei vor allem auch die Diplomatie. „Sicherheitspolitik ist immer auch internationale Politik.“ Die Bundesregierung sei auch außerhalb Deutschlands bemüht, den Flüchtlinge zu helfen. So unterstütze Deutschland das Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien, in dem etwa 80 000 Menschen untergebracht sind, durch Bildungsarbeit.

Zum Bundeswehr meinte Brandl: „Die Einsätze der Bundeswehr in den vergangenen Jahren sind nicht langfristig vorhersehbar gewesen.“ In dieser Zeit habe sich jedoch das deutsche Heer zu einer „Multifunktionsarmee“ entwickelt.

 

Nach diesem Vortrag zur deutschen Sicherheitspolitik diskutierte Brandl noch intensiv mit den Schülern. Kritisch gesehen wurde unter anderem Deutschlands Politik bezüglich des deutschen Rüstungsexports, da Waffenlieferungen ins Ausland ein zweischneidiges Schwert darstellen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete neben Fragen zu Aufgaben und Einsatzbereichen der Bundeswehr die aktuelle Flüchtlingspolitik. Brandl betonte dabei, dass nicht nur Deutschland, sondern Europa hier eine gemeinsame Verantwortung zu tragen habe. Dass die Flüchtlingskrise momentan Europa ausbremse, sei klar, jedoch müsse gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden, denn, so Brandl, „2016 soll im Geschichtsbuch in 20 Jahren nicht als das Jahr genannt werden, an dem Europa scheiterte“. So appellierte er am Ende an alle Anwesenden, dass Probleme der Zeit nur dann gelöst werden könnten, wenn wir im gegenwärtigen Europa alle unseren Teil der Verantwortung übernehmen.

 Text und Fotos: Andreas Graf