"Jung, dynamisch, chancenlos?“ – Litauen-Workshop in der Klasse 10b

 

Im Rahmen der Renovabis-Pfingstaktion konnte unsere Schule über Herrn Gerhard Rott vom Bistum Eichstätt zwei junge Frauen aus Litauen gewinnen, die unter dem Motto "Jung, dynamisch, chancenlos? - Jugendliche im Osten Europas brauchen Perspektiven!" vielfältige und sehr interessante Einblicke in das Leben in Litauen gaben.



 

Den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10b wurde dank der Ausführungen von Roberta Daubarait?-Rand? und Monika Žydeli?nait? klar, dass junge Menschen in Litauen oft die gleichen Wünsche und Träume haben wie sie selbst. Allerdings haben diese vor allem aufgrund der momentanen wirtschaftlichen Lage (ca. 30% Jugendarbeitslosigkeit) meist vergleichsweise geringe Chancen, diese zu verwirklichen. Viele sehen deswegen ihre Chancen im Ausland.

Umso wichtiger ist es, unter dem Dach Europa zusammen zu arbeiten und Kontakte zu pflegen, wie es das Willibald-Gymnasium auch im Rahmen des seit vielen Jahren stattfindenden Litauenaustauschs tut.

 

Besonders erfreulich war es, dass mit Frau Ursula Eichiner, Herrn Dr. Hans Eichiner und Herrn Professor Alfred Bammesberger einige Mitbegründer des Litauenaustauschs zwischen dem Willibald-Gymnasium und einem Jesuiten-Gymnasium in Kaunas an der Veranstaltung teilnehmen und sich in die regen Diskussionen einbringen konnten.



 

Text: Christian Schurack
Fotos: Andreas Graf

 

 

Weiterentwicklung der Kontakte zu Litauen

Durch Vermittlung der kirchlichen Organisation „Renovabis“ sind Roberta Daubaraite-Rande und Monika Zydeliunaite aus Litauen bei ihrem Besuch in der Bundesrepublik auch nach Eichstätt gekommen. Die beiden jungen Frauen stammen aus der Diözese Panevezys. Eine enge Beziehung zwischen Panevezys und Kaunas ist dadurch gegeben, dass Erzbischof Lionginas Virbalas SJ, vor seiner Berufung nach Kaunas Bischof von Panevezys war und während der dortigen Sedisvakanz auch als Administrator fungiert.

Am Willibald-Gymnasium haben die beiden Vertreterinnen der Diözese Panevezys über ihre Arbeit in Jugendorganisationen gesprochen. Die Schüler der 10. Jahrgangsstufe haben den Ausführungen mit Interesse zugehört und Fragen gestellt. Seit 1992 besteht bekanntlich enge Verbindung zwischen dem WG und dem Jesuitengymnasium in Kaunas. Führend beim Aufbau dieser Kontakte war der leider 2010 verstorbene Mathematiklehrer Dieter Eichiner. Es konnte auf die zahlreichen Hilfstransporte hingewiesen werden, die er organisiert hat. Erfreulicherweise hat sich der Kontakt auf schulischer Ebene in den letzten Jahren sehr positiv weiterentwickelt.

Die Probleme in der Republik Litauen wurden den Schülern eindringlich vorgeführt. Die Arbeitslosigkeit ist insbesondere unter jungen Menschen nach wie vor  sehr hoch. Besondere Sorge bereitet die Abwanderung qualifizierter Frauen und Männer nach Nord- und Westeuropa, in erster Linie in die skandinavischen Länder, nach England und Irland. Kirchliche Organisationen wie Renovabis sind bemüht, Perspektiven für junge Menschen zu schaffen, so dass ihnen ein Verbleiben im Land attraktiv erscheint. Auf der Ebene von Schülern und Studenten sollen die Kontakte nach Möglichkeit verstärkt werden.

Alfred Bammesberger