Ein Trip ins unbekannte Fichtelgebirge

Planen und Durchführen einer Exkursion ins Fichtelgebirge im P-Seminar Geographie

 

Nach einigen Wochen intensiver Planungs- und Vorbereitungszeit, in welcher die 16 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrer Seminarleiterin Frau Funk, später vor allem in eigenständiger Arbeit, das Programm der Exkursion zusammengestellt haben, war es am Montag, den 01. Oktober 2012, endlich so weit.

Pünktlich um 7.30 Uhr machten sich die Seminarteilnehmer, Herr Keß und Frau Funk mit einem Kleinbus auf den Weg zur nordöstlichen Spitze Bayerns. Nach der wunderschönen Fahrt durch die ländliche Idylle, unterbrochen durch einen informativen Aufenthalt an der kontinentalen Tiefbohrung (KTB) in Windischeschenbach, bezogen die Teilnehmer ihre Zimmer in der Jugendherberge in Wunsiedel. Nachdem die Schüler  dies schließlich gemeistert hatten, machten sie sich sogleich zu einer Stadtführung durch Wunsiedel auf, um die Festspielstadt kennenzulernen. Die erste Führung gab den Seminarteilnehmern einen Vorgeschmack auf manche wanderintensiven Programmpunkte an den folgenden Exkursionstagen, welche jedoch bei der Planung von den Schülern geschickt über die ganze Woche verteilt wurden.

Im Porzellanikon in Selb, das in einem ehemaligen Fabrikgebäude gebaut wurde, gewannen die WGler sehr umfangreiche Informationen über die Geschichte und die Kunst der Porzellanherstellung sowie über die wirtschaftliche Bedeutung dieses Wirtschaftzweiges und die daraus folgende industrielle Entwicklung des Raums. Des Weiteren waren der Bergbau und die Steinindustrie früher im Fichtelgebirge ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, wovon sich alle Exkursionsteilnehmer im Besucherbergwerk Gleißinger Fels und im Schausteinbruch Häusellohe überzeugen konnten. Dort wurde den Schüler ebenfalls ein Eindruck über die damaligen Arbeitsmethoden und -bedingungen vermittelt, wobei sie auch an vielen Geräten selbst Hand anlegen konnten. Außerdem gab es einiges über die Besonderheiten des Naturraums herauszufinden: In der Torfmoorhölle, einem Biotop und Naturschutzgebiet, wurden allen das komplexe Ökosystem eines Hochmoors und Maßnahmen zur Renaturierung anschaulich erklärt. Das Wunsiedler Fichtelgebirgsmuseum bot noch einmal sehr viele interessante Einblicke zu Geschichte, Kultur, Geologie, Industrie und Wirtschaft der Region und ergänzte das bisher gesammelte Wissen der Teilnehmer.

Weitere Highlights waren für die Schüler vor allem das Interview mit dem Bürgermeister Wunsiedels, Karl Willi Beck, der durch seine überraschend lockere Art mit Freude alle Fragen beantwortete und damit einen tiefen Einblick in die Pflichten eines Bürgermeisters und in die Probleme der Region gewährte. Aber auch der sehr spannende Vortrag und die anschließende Diskussion mit Mitarbeitern der Organisation „Wunsiedel ist Bunt!“ vermittelte intensive Informationen zu den Hintergründen rechtsradikaler Aktivitäten im Raum Wunsiedel und dem beeindruckenden Engagement vieler Bürger gegen Rechts.

Neben den ausführlich geplanten Programmpunkten gab es aber auch genug Möglichkeiten, die Stadt Wunsiedel auf eigene Faust zu erkunden. Einige Abende wurden beispielsweise in verschiedenen Lokalitäten in Wunsiedel verbracht.

Zurückblickend auf die Exkursionswoche kann gesagt werden, dass die selbst organisierte Exkursion erfolgreich verlaufen ist und die Seminarteilnehmer diese mit Freude durchgeführt haben. Somit haben die Schüler in diesem Praxisseminar wichtige Fähigkeiten für das Planen und Organisieren vom Fahrten erworben und können das Gelernte im späteren Leben anwenden. Aufgrund dieser Tatsache können die Seminarteilnehmer den nachfolgenden Oberschülern nur empfehlen,  ein solches P-Seminar zu wählen, in dem sie selbstständig eine Exkursion planen können. 

 

Programmplan der Exkursionswoche:

 

1. Tag (Montag):

Vormittags: TREFFPUNKT am Volksfestplatz um 7:15 Uhr

ABFAHRT um 7:30 Uhr

Parkstein bei Weiden (10:00-11:00 Uhr)

Mittags: KTB Windischeschenbach (11:30-13:30 Uhr)

Nachmittags: ANKUNFT in der Jugendherberge (ca. 14:30 Uhr)

Stadtführung durch Wunsiedel (15:30-17:30 Uhr)

Abends: entweder Referatsvorträge oder Abend zur freien Verfügung

 

2. Tag (Dienstag):

Vormittags: Besuch des Porzellanikons in Selb (10:00-12:00 Uhr)

Nachmittags: Schausteinbruch Häusellohe bei Selb (14:00-16:00 Uhr)

Abends: entweder Referatsvorträge oder Abend zur freien Verfügung


 

3. Tag (Mittwoch):

Vormittags: Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel (10:00-12:00 Uhr)

Nachmittags: Felsenlabyrinth bei Wunsiedel (14:00-17:00 Uhr)

Abends: Vortrag zum Thema „Bunt statt Braun“ in der Jugendherberge

 

4. Tag (Donnerstag):

Vormittags: Torfmoorhölle bei Weißenstadt

Mittags: Aussichtsturm Asenturm auf dem Ochsenkopf mit gemeinsamen Essen (13:00-15:00 Uhr)

Nachmittags: Wanderung zur Mainquelle (15:00-17:00 Uhr)

Abends: entweder Referatsvorträge oder Abend zur freien Verfügung

 

5. Tag (Freitag):

Vormittags: Besuch des Bürgermeisters von Wunsiedel im Rathaus (9:00- 10:00 Uhr)

Mittags: Greifvogelpark Katherinenberg in Wunsiedel (11:00-13:00 Uhr)

Nachmittags: Besucherbergwerk Gleisinger Fels (14:30­-16:00 Uhr)

RÜCKFAHRT nach Eichstätt

ANKUNFT am Volksfestplatz ca. 19:00 Uhr

 

 

Gruppenfoto der Seminarteilnehmer mit Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck

  Gruppenfoto der Seminarteilnehmer mit dem Wunsiedler Bürgermeister Karl-Willi Beck

 

Ausflug in die Torfmoorhölle

Ausflug in die Torfmoorhölle

  

Nicht nur Dastehen und Zugucken war angesagt, sondern auch einmal selber Hand anlegen (im ehemaligen Granitsteinbruch)

  Nicht nur Dastehen und Zugucken war angesagt, sondern auch einmal selber Hand anlegen (im ehemaligen Granitsteinbruch)

  

Tief im Felsenlabyrinth bei Wunsiedel

Tief im Felsenlabyrinth bei Wunsiedel