Bauernhof Amon

Milch von glücklichen Kühen – eine Exkursion der Klasse 5b auf den ökologischen Milchviehbetrieb der Familie Amon

Wie klappt es, dass eine Kuh freiwillig in den Melkstand geht? Welche Vorteile bringt ein Laufstall für die Kühe mit sich? Wie kann Landwirtschaft auch ohne den Einsatz von Kunstdünger und chemischen Pflanzenschutzmitteln erfolgreich funktionieren? Diese und viele weitere Fragen stellten wir uns, als wir zum ökologischen Milchviehbetrieb der Familie Amon in Wolkertshofen aufbrachen.

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Vor dem Laufstall der Kälber

Erster Standort unserer Exkursion war der Laufstall, das Herzstück des Bauernhofes. Unsere erste Aufgabe, den Grundriss des Stalls zu skizzieren, erwies sich als gar nicht so einfach. Denn im Unterschied zu einem Anbindestall können die Tiere zwischen den Bereichen Fressen und Liegen sowie zwischen dem überdachten Stallanteil oder einem Aufenthalt unter freiem Himmel nach Belieben entscheiden. Zudem gibt es Boxen für Kälbchen und Kälber sowie den Melkstand, in den die Kühe freiwillig kommen – oder zumindest mehr oder weniger freiwillig: Denn zur Melkzeit führt der Weg zum Futter nur über diesen kleinen Zwischenstopp. Ein Laufstall bedeutet dabei nicht nur, dass sich die Tiere frei bewegen können. So finden sie einen stets trockenen mit Stroh eingestreuten Liegeplatz vor, der Krankheiten zum Beispiel am Euter vermeiden hilft. Außerdem haben wir erfahren, dass die Kühe in einem Laufstall ihr Herdenverhalten leben können, dass es ein Alphatier gibt und dass eine Kuh, die neu in den Laufstall kommt, erst ihren Platz innerhalb der Herde finden muss. Bei Rangeleien untereinander ist es dabei durchaus von Vorteil, dass Fluchtmöglichkeiten vorhanden sind. Auch wenn wir solche Rangstreitigkeiten nicht mitbekommen haben, so konnten wir doch verspielte kleine Kälbchen streicheln, den Tieren beim Fressen oder beim gemächlichen Spazierengehen zusehen und die Kuh als Wiederkäuer beobachten. Während einige Kühe neugierig Kontakt mit uns Eindringlingen suchten, nahmen uns die meisten nur gelassen zur Kenntnis.

Die Kühe im Laufstall, der eine artgerechte Form der Tierhaltung darstellt, bilden nur einen Teil innerhalb des Kreislaufs, den ein ökologisch geführter Betrieb erfüllen muss. So muss das Futter aus eigenem Anbau stammen, der die Kriterien der biologischen Düngung und des biologischen Pflanzenschutzes einhält. Aber wie kann man dem Unkraut Herr werden und dem Boden Nährstoffe zufügen, ohne chemische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger einzusetzen? Das Zauberwort heißt: Fruchtfolge mit Kleegras und Luzerne.

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Erklärungen zu den Anbaufrüchten

Also begaben wir uns zu unserem zweiten Standort, einem Acker, wo wir anhand von Bodenproben und pflanzlichem Anschauungsmaterial dem Sachverhalt auf den Grund gingen. Sozusagen die Schlüsselfigur innerhalb der ackerbaulichen Fruchtfolge stellt die Luzerne dar. Zwei Jahre lang wird diese Pflanze zusammen mit Kleegras auf einem Feld angebaut, was als eiweißreiches Grünfutter für die Milchkühe dient. Darüber hinaus übernimmt die Luzerne aber weitere bedeutsame Aufgaben. Zum einen drängt sie durch das mehrmalige Mähen die Distel als Ackerunkraut so weit zurück, dass diese erst wieder im fünften und letzten Jahr der Fruchtfolge auf dem Feld in Erscheinung tritt. Zum anderen erhöht sie die Bodenfruchtbarkeit und das funktioniert folgendermaßen: Die Luzerne bindet mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. Zudem durchwurzelt sie den Boden mit ihren etwa ein Meter langen und recht dicken Wurzeln, sodass „ganze Lastwagenladungen voll Wurzelmasse“, wie Herr Amon erklärte, im Boden vorhanden sind. Diese verbleiben nach dem letzten Schnitt im Boden und verrotten dort, sodass sich nährstoffreicher Humus bildet. Auf dieser Grundlage können in den Folgejahren Mais, der einen sehr hohen Nährstoffbedarf hat, Weizen und Triticale angebaut werden. Herrn Amons Erklärungen konnten wir anhand verschiedener Bodenproben selbst überprüfen. Und so können wir bestätigen, dass der Ackerboden unter der Luzerne sehr locker ist und sich zum Beispiel auch der Regenwurm dort wohl fühlt. Außerdem konnten wir eine dunklere Färbung der oberen Bodenbereiche feststellen, die auf einen höheren Humusanteil zurückzuführen ist.

Und so kehrten wir nicht nur mit neuen Erkenntnissen, sondern auch mit vielfältigen Eindrücken, die uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben werden, zurück.

Bei Herrn und Frau Amon möchten wir uns dafür bedanken, dass sie uns auf interessante Weise Einblicke in die Landwirtschaft gaben und geduldig unsere Fragen beantworteten.

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Klasse 5b, Bernadette Zehender