Französische Schüler in Eichstätt

Den deutsch-französischen Schüleraustausch zwischen dem Willibald-Gymnasium und dem Collège Les Vieilles Vignes in Cozes eröffneten die französischen Schüler mit ihrem Besuch ihrer deutschen Partner vom 05.02. bis 12.02.2011 in Eichstätt. Gemeinsam mit ihnen nahmen sie an einem vielfältigen Programm am Willibald-Gymnasium, in Eichstätt und seiner näheren und weiteren Umgebung teil. Dabei konnten sie den deutschen Schulalltag mit ihren Erfahrungen vergleichen und authentische Einblicke in deutsches Familienleben gewinnen.
Einige Eindrücke dieser erlebnisreichen Woche, die saisonmäßig in den Fasching, eine den Franzosen unbekannte Institution, fiel, können in der Bildergalerie abgerufen werden.
Besuchen Sie auch den Blog unserer französischen Gäste, der die Ereignisse ihres Aufenthalts festhält.
Im Eichstätter Kurier erschien hierzu am 29.03.2011 folgender Bericht:
Französische Schüler besuchen Eichstätt
Eichstätt (jok) Das Willibald-Gymnasium hat eine neue Partnerschule im französischen Cozes. Nun waren Schüler aus der an der französischen Atlantikküste gelegenen Stadt in Eichstätt zu Gast.

Gelungener Programmpunkt: Französische Schüler haben im Jura-Museum unter der Leitung von Sonja Hornung Versteinerungen aus Gips hergestellt und anschließend bemalt. - Foto: jok
Nachdem das Willibald-Gymnasium 27 Jahre lang einen Austausch mit einem Collège in Torcy, einem Vorort von Paris, organisiert hatte, sah sich die französische Schule nicht mehr in der Lage, die Partnerschaft aufrechtzuerhalten, weil die Zahl der Schüler, die Deutsch lernen wollten, drastisch zurückging. Nun galt es, eine neue Partnerschule in Frankreich zu finden, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. In den entsprechenden Internet-Foren musste man feststellen, dass auf einen französischen Sucheintrag rund sieben deutsche Schulen kamen, die sich um Kontakt bemühten. Letztlich ist die neue Partnerschaft der Hartnäckigkeit von Ingeborg Uhl-Schiller zu verdanken, die die Schule in Cozes fand – diese hatte eigentlich bereits Kontakt mit einer türkischen Schule aufgenommen – und den Austausch organisierte. Cozes liegt an der französischen Atlantikküste zwischen Bordeaux und La Rochelle und ist aufgrund seiner reizvollen Lage für die Willibaldiner äußerst attraktiv.
Dass beide Seiten für diese Partnerschaft keine Mühe scheuen, zeigt sich schon daran, dass die französischen Gastschüler bei der Abfahrt morgens um 4 Uhr an ihrer Schule eintrafen, dann mit dem Bus nach Angoulême gebracht wurden, um anschließend mit dem französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV nach Straßburg zu fahren. Dort wurden sie dann von einem deutschen Bus abgeholt, der sie abends um 18 Uhr endlich zum Willibald-Gymnasium brachte.
Zentrales Ziel des Aufenthalts der Franzosen in Eichstätt war das Kennenlernen der deutschen und bayerischen Kultur. Daher waren die französischen Schüler während des gesamten Aufenthalts aktiv gefordert. So mussten sie beispielsweise für die Ausflüge nach München, Nürnberg und Ingolstadt Referate vorbereiten. Bei einem Besuch auf der Willibaldsburg erhielten die Schüler zudem die Möglichkeit, Versteinerungen selbst zu gießen und zu bemalen.
Daneben stand aber auch viel Zeit zur Verfügung, um privat gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen. So ließ sich eine französische Schülerin in die Geheimnisse des Schafkopfspiels einweisen, eine andere lieh sich für den Besuch in München von ihrer deutschen Partnerin eigens ein Dirndl aus, um dort stilecht auftreten zu können. Überrascht zeigten sich die französischen Gastschüler insbesondere von der Lockerheit, die am Willibald-Gymnasium herrscht. Schließlich müssen sich die Schüler in Cozes nach der Pause in Zweierreihen aufstellen, bevor sie von den Lehrern ins Klassenzimmer gelassen werden. Während des gesamten Austauschs konnten die Eltern der französischen Schüler im Internet in einem von der französischen Kollegin eigens eingerichteten Blog die Aktivitäten ihrer Kinder mitverfolgen.
Höhepunkt des Austausches war nach Aussage aller Beteiligten der gemeinsame bayerische Abend, an dem neben den Schülern auch deren Eltern und einige Lehrer teilnahmen. Beim Abschied wurde dann die eine oder andere Träne verdrückt, weil es – wie Lea Baumann aus der 9. Klasse formulierte – bereits beim ersten Teil des Austauschs "nichts gab, wovon wir nicht begeistert waren."
Von Johann Kraus
