Gegenbesuch der WG-Schüler in Gagny vom 19.-26.04.2013

Ins französische Leben eingetaucht


Nachdem sich erst vor wenigen Wochen Schüler aus Gagny bei Paris am Eichstätter Willibald-Gymnasium aufgehalten hatten, brachen die hiesigen Schüler nun zum Gegenbesuch auf. Dabei machten sie viele interessante Erfahrungen und tauchten in das französische Alltagsleben ein.

 

Ein Besuch des Eiffelturms in Paris durfte nicht fehlen, als die Schüler des Willibald-Gymnasiums ihre Partnerstadt Gagny besuchten.

Überrascht stellten die beiden Begleitlehrkräfte Ingeborg Uhl-Schiller und Ursula Hoyer dabei fest, dass das Collège, eine Art Gesamtschule, finanziell eher großzügig ausgestattet ist. Den beiden Schulleitern stehen zwei Sozialpädagogen zur Seite, die sich um Schüler kümmern, die in ihrem Verhalten oder in ihren Leistungen auffallen.

Die Lehrer haben zusätzliche Stunden zur Verfügung, um schwachen Schülern Nachhilfe zu geben. Aufsichtspersonal und pädagogische Assistenten übernehmen „Hilfsdienste“ für die Lehrer, wenn zum Beispiel wegen Krankheit Stunden vertreten werden müssen.

Die Kantine ist direkt der Schulverwaltung unterstellt: Direktor und Küchenchef entwerfen zusammen einen Speiseplan, bei dem auf eine ausgewogene Ernährung mit wenig Kohlenhydraten und auf frische Zutaten geachtet wird. Generell vermuteten die deutschen Schüler, dass – zumindest an diesem Collège – auf Disziplin mehr Wert gelegt wird als in Deutschland. Am Ende der Pause müssen sich die Schüler aufstellen und klassenweise zurückgehen. In sogenannten Korrespondenzheften ist ein direkter Kommunikationsfluss zwischen Lehrern und Eltern möglich. Diese reagieren in der Regel kooperativ, wenn schulische Disziplinarmaßnahmen ausgesprochen werden. Aufgrund der möglichen Gefahren in den Vorstädten von Paris erlauben Eltern auch ihren jugendlichen Kindern nicht, abends spontan wegzugehen. An diese Vorsichtsmaßnahmen mussten sich die Willibaldiner erst gewöhnen.

Entschädigt wurden die Schüler dafür mit einem reichen kulturellen Programm, in dessen Mittelpunkt – neben den Sehenswürdigkeiten von Paris – der Besuch des Schlosses Vaux-le-Vicomte stand, das Ludwig XIV. als Vorbild für Versailles diente. In deutsch-französischen Tandems galt es, bei strahlendem Sonnenschein Architektur und Gartenanlage zu erschließen.

Die Abende wurden meist privat verbracht, oft mit einem dreigängigen Menü. Befremdend für die deutschen Schüler war allerdings, dass sowohl beim Abendessen wie auch beim Frühstück in den meisten Haushalten im Hintergrund der Fernseher läuft.

Dies hinderte aber die Eichstätter Schüler nicht, ihre Französischkenntnisse zu verbessern, so dass auch das rasante Sprechtempo der Franzosen keine Schwierigkeit mehr darstellte. Ana Maria Vranjes aus der achten Klasse stellte nach einer Woche jedenfalls fest, wie sehr sich durch den Austausch ihr „Vokabular erweitert hat“.

Und dass sich zwischen einzelnen Partnern eine echte Freundschaft entwickelt hatte, bewies die eine oder andere Träne, die beim Abschied heimlich weggewischt wurde.

Johann Kraus

19.04.: Ankunft, Begrüßung durch die Schulleitung, Fußbalsspiel im Schulhof

22.04.: in Paris: Eiffelturm, Stadtrundfahrt auf der Seine

23.04.: in Paris: vom Arc de Triomphe zu La Défense  und Montmartre

24.04.: in Paris: Centre Pompidou, Hôtel de Ville, Notre Dame

25.04.: gemeinsamer Ausflug zum Schloss Vaux-le-Vicomte