Maltafahrt 2010

Am Mittwochmorgen traf sich eine Gruppe von 28 aufgeregten Schülerinnen und Schülern und drei heldenhaften LehrerInnen in Eichstätt, um dem anstrengenden Schulalltag zu entfliehen und so schnell wie möglich in das heiße Malta zu fliegen. Nach anfänglicher Bus-Panne in der "Gaimersheimer Pampa" (wir wollten doch bis nach Malta?!) ging es in einem neuen Bus weiter. Nach einer nervenaufreibenden Busfahrt und einem angenehmen Flug gelangten wir schließlich doch noch an unser Ziel, wo uns eine regelrechte Hitzewelle empfing. Dennoch erkundeten wir gemeinsam noch am selben Abend zu Fuß unseren Standort Bugibba. Den thematischen Hintergrund des Rundgangs bildete dabei die Tourismusentwicklung Maltas am Beispiel der St. Paul’s Bay.

Am nächsten Tag ging es mit dem Boot in die Hauptstadt Valetta. Nach einer Rundfahrt durch den Marsamxett Harbour und den Grand Harbour begaben wir uns auf die Spuren der Johanniterritter und des Hl. Paulus (der nach neueren Erkenntnissen eigentlich nie auf der Insel war...). Beim Besuch der Malta Experience Multimedia Show, der Hauptkirche St.John’s Co-Cathedral, sowie mehrerer Museen konnten wir uns ein Bild von der wechselvollen Vergangenheit der Insel machen.

Am Dienstag erfuhren wir bei einer Führung durch die Meerwasserentsalzungsanlage von Pembroke (mit Kostprobe) interessante Einzelheiten über die Trinkwassergewinnung auf der wasserarmen Insel, bevor wir in die Geologie und Frühgeschichte Maltas eintauchten: Der renommierte maltesische Schriftsteller und Historiker Michael Galea gewährte uns einen Einblick in die prähistorischen und geologischen Stätten, wie die Höhle Ghar Dhalam (Höhle der Finsternis) und die Tempelanlagen von Hagar Qim und Mnajdra. Abends durften wir am multikulturellen Nachtleben im Discoviertel Paceville teilhaben. Das Wochenende gingen wir ruhiger an (wir mussten uns ja noch von den anstrengenden Vortagen erholen...): So entspannten wir am Samstag nach einer abenteurlichen Fahrt (bei Windstärke 4!) zur kleinen Nachbarinsel Comino mit dem Luzzu – wie die Malteser ihre traditionellen bunt bemalten Schiffe nennen – an der blauen Lagune und später an der Mellieha Bay.

Salzpfannen

Am Sonntag erkundeten wir Gozo, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Schwesterinseln herauszufinden. Hierbei lag der Schwerpunkt auf den Tempeln von Ggantija, der Basilika von Ta’Pinu und den Salzpfannen. Die Mittagspause verbrachten wir am Dwejra Point, wo natürlich ein Fototermin am – an diesem Tag sturmumtosten - berühmten Azure Window nicht fehlen dufte. Im Anschluss an eine Stadtexkursion in Victoria besuchten wir abends den Fischerort Xlendi und genossen dort das maltesische Essen. Nach einer etwas wackeligen (und vor allem stürmischen) Rückfahrt mit der Fähre ließen wir den Abend ruhig ausklingen.

Nachdem der Schock am nächsten Morgen überwunden war - mitten unterm Duschen war das Wasser im Hotel ausgegangen - brachen wir nach Mosta auf. Dort besuchten wir die Kathedrale mit der riesigen Kuppel, in der sich während des Zweiten Weltkriegs ein Wunder ereignet hatte: Während einer Messe fiel eine Bombe durch das Dach - ohne jedoch zu explodieren.

In Rabat standen dann der Hl. Paulus und die Märtyrerin Agate im Mittelpunkt, die als Patrone der Insel gelten. Laut Legende sollen sich diese in den Saint Paul’s Catacombs bzw. in der St. Paul’s Grotto aufgehalten haben. Eindrucksvolle Spuren der römischen Vergangenheit Rabats konnten wir in der römischen Villa begutachten. Der Rest des Tages stand uns zur freien Verfügung, um die alte arabisch geprägte Stadt Mdina zu erkunden und anschließend einkaufen oder an den Strand zu gehen.

Am vorletzten Tag beschäftigten wir uns zunächst schwerpunktmäßig mit der Wirtschaft Maltas. Nach einer Führung durch den Freeport besichtigten wir das malerische Fischerdorf Marsaxlokk .

In Erinnerung an die Johanniterritter und vor allem an die Zeit der Great Siege, der großen Belagerung, fuhren wir nach Vittoriosa, der ersten der Three Cities, das wir bei einer historisch-literarischen Stadtführung näher kennenlernten. Am Ende setzten wir mit einem Wassertaxi nach Valetta über. Dort trennte sich die Gruppe und der Nachmittag war wieder frei, zum Beispiel um den Inquisitor’s Palace zu erkunden. Ausklingen ließen wir unseren letzten Abend mit einem typisch maltesischem Essen und Karaoke (dabei staunten wir nicht schlecht, denn auch das Singen scheint unserem versierten Reiseleiter Herrn Fink keine Probleme zu bereiten...). Auch Frau Albrecht konnte ihr Talent ncoh bei einem Gute-Nacht-Lied unter Beweis stellen.

Nachdem wir uns am letzten Tag noch mit der Bedeutung der EU für Malta beschäftigt und einen Crash-Kurs in Maltesisch absolviert hatten, flogen 28 erschöpfte Schüler und drei immer noch heldenhafte Lehrer wieder nach Deutschland zurück (wo uns dieses Mal Eiseskälte erwartete...).

Wir sind stolz, die - laut Herrn Fink - drei wichtigsten Sachen auf Malta erlebt zu haben: Wasserausfall, Karaoke und Kakerlaken. Wir möchten uns bei Frau Albrecht und Frau Hoyer bedanken, die uns während der ganzen Studienfahrt betreuten. Unser Dank gilt vor allem aber unserem „Life Guard“ Herrn Fink (er hat nur für uns seinen Rettungsschwimmer gemacht!) - ohne den die ganze Fahrt nicht möglich gewesen wäre. Während dieser Woche hat er uns mit einer wahren Flut an Informationen versorgt, dabei aber immer auf ein ausgewogenes Mittelmaß zwischen Programm und Freizeit geachtet. Wir alle haben die Zeit auf der - zum Teil heißen, aber schönen - Insel genossen und hoffen, dass diese Fahrt auch für die kommenden Jahrgänge angeboten werden kann.

Gruppenbild

 

 

Lena Bernecker, Julia Meilinger, Theresa Obermeier (Q12)