Amerika-Austausch 2013/14

Einen Monat lang haben 20 Schüler des Eichstätter Willibald-Gymnasiums in den USA gelebt, nun sind sie wieder zu Hause angekommen. Mit im Gepäck: Die Ehrenbürgerurkunde des Staates Oklahoma sowie jede Menge eindrucksvolle Erinnerungen.

 

Die deutschen Schüler mit ihren Partnern

 

Gellende Schreie dringen von der Wasseroberfläche des Lake Arcadia ans Ufer. Auf dem großen Stausee im US-amerikanischen Edmond spielt sich ein ganz besonderes Spektakel ab: Gezogen von einem Rennboot und angefeuert von Freunden, flitzen zwei Jugendliche auf Reifen quer übers Wasser. Zehn Minuten dauert der Spaß, dann sind die nächsten an der Reihe. Deutsche und englische Wortfetzen sind zu hören, Dankesbekundungen wechseln sich mich fröhlichem Gelächter ab. Der Mann am Steuer des Bootes grinst zufrieden. Sein Name: Jason Pittenger. Sein Beruf: Direktor an der Edmond North High School. Der Ausflug zum See ist Pittengers ganz persönliches Geschenk an die Jugendlichen, die aus Eichstätt kommen und in diesen Tagen in Edmond zu Gast sind. Die jungen Deutschen sind zu diesem Zeitpunkt bereits fest in die Schulgemeinschaft integriert - und das, obwohl sie erst vor wenigen Wochen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gelandet sind.

 

 

Anfang September war es, als sich die Schüler des Willibald-Gymnasiums gemeinsam mit ihrem Lehrer Michael Fink und der weiblichen Begleitperson Patricia Ehegartner auf den Weg in die Staaten gemacht haben, um an der dortigen Partnerschule den amerikanischen Schulalltag kennenzulernen.

 

 

 

 

 

 

 

Bevor es nach Edmond ging, wartete allerdings zunächst noch ein anderer Programmpunkt auf die Jugendlichen: Fünf Tage in der Hauptstadt Washington D.C.. Dort angekommen dauerte es nicht lange, bis der erste Schüler klagte: „Herr Fink, ich habe so ein komisches Gefühl in den Beinen.“ Tatsächlich war dieses Gefühl auch dem Rest der Gruppe gut bekannt, denn – entgegen der amerikanischen Gepflogenheiten - legten die Eichstätter jeden Tag etliche Kilometer zu Fuß zurück. Von Museum zu Museum, von Denkmal zu Denkmal führte die Tour quer durch die Stadt. Daneben standen freilich auch Ausflüge zu politischen Einrichtungen wie dem Capitol und zu beeindruckenden Anlagen wie dem Militärfriedhof in Arlington, Virginia, auf dem Programm.

 

 

 

 

 

Nach einer knappen Woche voller eindrucksvoller Erlebnisse führte die Reise dann weiter zum eigentlichen Ziel der Gruppe: Nach Edmond, Oklahoma. Bereits seit mehreren Jahren organisiert das Willibald-Gymnasium den Austausch mit der Edmond North High School, die die jungen Eichstätter immer wieder aufs Neue herzlich empfängt. So auch in diesem Jahr: Bereits kurze Zeit nach der Ankunft waren die Eichstätter Jugendlichen voll in ihre Gastfamilien integriert, das Abenteuer High School konnte beginnen. Gemeinsam mit ihren Austauschpartnern besuchten die Gymnasiasten von nun an den Unterricht, der mit Fächern wie Militärkunde, Cheerleading und Töpfern einige Überraschungen für sie bereithielt. Um auch selbst etwas beitragen zu können, hatten die Eichstätter zudem Referate über ihre bayerische Heimat und das Leben in Deutschland vorbereitet.

 

Doch es war es nicht nur der Schulbesuch, der die Jugendlichen nachhaltig beeindruckte. Auch das Freizeitangebot bot jede Menge Raum für neue Erfahrungen. So fieberten die Eichstätter etwa bei einem Footballspiel so lautstark mit, dass am Ende einige von ihnen  nicht mehr sprechen konnten. Und wenn einmal nichts auf dem Programm stand, dann unternahmen die Schüler einfach Einkaufstouren, die in den USA ein Erlebnis für sich sind. „Die Shoppingmalls sind gigantisch“, berichtete eine der Schülerinnen später mit schwärmerischem Unterton.

 

 

Dass der Austausch nicht nur von den Deutschen, sondern auch von den Amerikanern hoch geschätzt wird, zeigte sich unter anderem daran, dass den Eichstättern - wie bereits in den Vorjahren - erneut eine große Ehre zuteil wurde: Senator Clark Jolley nahm sich die Zeit, ihnen eine Urkunde zu überreichen, die sie zu Ehrenbürgern des Staates Oklahoma machte. Für die Jugendlichen war dieses Erlebnis ein weiterer Höhepunkt auf einer Reise, die ohnehin schon viele schöne und unvergessliche Erinnerungen bereithielt. Entsprechend tränenreich fiel dann auch der Abschied von den Gastfamilien aus, ehe es für die deutschen Schüler wieder nach Hause ging. Ein kleiner Trost: Schon im kommenden Jahr werden sich die Austauschpartner wiedersehen. Dann besuchen die Amerikaner nämlich vier Wochen lang Eichstätt, um die deutsche Kultur kennenzulernen.