P - Seminar 2010-2011
"Präsentieren ist wie Flirten mit ganz vielen."
Am 26.1.2011 fand die Abschlussveranstaltung des P-Seminars "Praktische Rhetorik" am Willibald-Gymnasium statt. Ein Schuljahr lang hatten sich die Schülerinnen und Schüler in diesem Seminar der Q12 unter Leitung von Frau Uhl-Schiller mit wichtigen Aspekten des mündlichen Vortrags und der Kommunikation intensiv beschäftigt und wollten nun ihren Mitschülern der Jahrgangsstufe sowohl einen Einblick in diese Thematik als auch einen Anreiz geben, sich mit ihr zu beschäftigen. Zu Gast war deshalb der renommierte Sprechtrainer Michael Rossié, der die gesamte zwölfte Jahrgangsstufe in die Geheimnisse des Redens einweihte.

Gespannt erwarteten die Schüler der Q 12 im Musiksaal den ehemaligen Schauspieler, der mittlerweile zahlreiche Bücher veröffentlicht sowie namhafte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Fernsehen auf öffentliche Auftritte vorbereitet hat.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Rebecca Mayer und Manuel Tilgner, zwei Teilnehmer des Rhetorik-Seminars..Sie lieferten in ihrer Rede einen kurzen Überblick über die im Kurs erarbeiteten Themen und Techniken und begrüßten Herrn Rossié, der den Schülern daraufhin in seinem Vortrag über authentisches Auftreten nützliche Tipps für das mündliche Abitur gab.
Dazu führte er beispielsweise mit viel Witz und Humor häufige Fehler beim Reden vor Publikum vor. Zum einen imitierte er bekannte Moderatoren und Schauspieler, andererseits mussten die Schüler schon anhand kurzer eigener Sätze feststellen, dass auch sie sich vor Zuhörern nicht mehr wie im Alltag präsentieren können. Dabei brachten uns sowohl die eigenen als auch die vorgespielten Fehler im Hinblick auf ungewöhnlich viele Pausen, übertriebene Betonungen und seltsame Gestik zum Lachen.
Damit Vorträge freier und natürlicher wirken, empfahl Herr Rossié die Anwendung der sogenannten „Sterndramaturgie“, bei der die Inhalte nicht in einer bestimmten chronologischen Reihenfolge, sondern anhand von sternförmig angeordneten assoziativen Themenkomplexen dargestellt werden.
Außerdem verglich er den Redner mit einem König, der sich nicht für Dinge entschuldigen muss, für die er nichts kann wie beispielsweise Versprecher. Lampenfieber muss der „König“ aber ertragen und er kann sogar dessen Vorteile wie besondere Körperspannung und erhöhte Konzentration nutzen. Im Optimalfall kann er diese besondere Präsenz umsetzen in eine intensive Kontaktaufnahme mit seinem Publikum, sodass der Eindruck entsteht: Eine Präsentation ist wie Flirten mit ganz vielen.
Am wichtigsten ist allerdings, möglichst authentisch aufzutreten. Deshalb entließ Herr Rossié die Schüler mit dem Rat: „Werden Sie so, wie Sie sind."
Anna Böhm und Sonja Ehret, Q 12
Nähere Informationen zum Thema finden sich auf Michael Rossiés Homepage:
