Vorlesewettbwerb 2018

 

Heidi Siegl (vorne links) ist die Gewinnerin des Vorlesewettbewerbs am Willibald-Gymnasium Eichstätt. Mit ihr freuten sich die anderen Vorleser, Schulleiter Claus Schredl sowie die Juroren.

 

Des Müllers Augenklappe führt zum Sieg

Heidi Siegl überzeugt beim Vorlesewettbewerb des Willibald-Gymnasiums

Eichstätt (gfs) Man nehme zehn spannende Bücher, dazu jeweils einen Vorlesefinalisten aus jeder Klasse, der daraus eine spannende Stelle eindringlich vorträgt, lädt über hundert lesebegeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer aus den sechsten Jahrgangsstufen ein sowie eine Jury, organisiert einen stimmungsvoll vorbereiteten Raum (Musiksaal des Willibald-Gymnasiums) und lässt die Vorleser gegeneinander antreten – fertig ist ein rundum gelungener Schulentscheid des Willibald-Gymnasiums beim Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels.

Die Jury, bestehend aus Schulleiter Claus Schredl, dem Buchhändler Christof Cebulla und mit Kathrin Drenckhahn und Iris Kühnl auch aus zwei Mitgliedern des Elternbeirats, musste mit gespitzten Ohren auf das achten, was und wie die Schülerinnen und Schüler vorlasen.

Am Ende zog der Finaltext „Die Mühle im Koßbelbruch“ (Kapitel 1 aus Otfried Preußlers Roman Krabat) das Publikum durch die überzeugenden Darbietungen der drei Finalistinnen Emmy Tschritter (6e), Lilly-Sophie Grunwald (6e) und Heidi Sigl (6b, Schulsiegerin) derart in seinen Bann, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören: ist doch äußerst sonderbar, was es mit der Stimme des Müllers mit der Augenklappe auf sich hat, der auf Krabat einen so wundersamen Einfluss zu haben scheint. Die Reaktion des Publikums lässt vermuten, dass etliche Zuhörer vor allem auch in den Weihnachtsferien in die Welt des Jungen Krabat und anderer Protagonisten eintauchen und sich von literarischen Welten begeistern lassen werden.

Schulleiter Claus Schredl beglückwünschte die Finalisten dieses Wettbewerbs, der von Deutschlehrer Josef Mayr vorbereitet worden war, zu ihren überzeugenden Beiträgen. Zugleich freute er sich, dass der Eichstätter Buchhändler Christof Cebulla (70) bereits zum zweiten Mal im Jurorenteam saß. Neben den gewöhnlichen Kriterien für diesen Wettbewerb hat er im Nachklang dieser Veranstaltung seine eigene Meinung darüber kundgetan, was für ihn beim Vorlesen wichtig ist: „Ein guter Leser ist ein Übersetzer vom Schriftsprachlichen ins Mündliche“, sagte Cebulla. Es gehe darum, den Text ähnlich wie in der Musik zu vertonen, erklärte der Buchhändler, der selber Texte mit einem „süffigen“ Inhalt zu seinen Lieblingsbüchern zählt. „Wenn mir die Tränen kommen, gefällt mir das Buch“, gab  Cebulla zu.