Cäsars Geheimschrift entschlüsselt

Autorenlesung Franjo Terhart

 

Eine Zeitreise in das antike Rom durften die Schüler der fünften und sechsten Klassen am Willibald-Gymnasium im Juli 2013 machen. Dabei stellten die Zuhörer fest, dass mit dem Referenten ein echter Kenner römischer Kulturgeschichte und spannender Vorleser gewonnen war: Franjo Terhart.

Eichstätt (jok) Eine Zeitreise in das antike Rom durften die Schüler der fünften und sechsten Klassen am Willibald-Gymnasium machen. Dabei stellten die Zuhörer fest, dass mit dem Referenten ein echter Kenner römischer Kulturgeschichte und spannender Vorleser gewonnen war: Franjo Terhart.

 


Bei der Einführung skizzierte die Deutsch-Fachbetreuerin Ingeborg Uhl-Schiller einige Etappen, die Franjo Terhart auf dem Weg zum Schriftsteller durchlief: Bereits in der fünften Klasse hat er mit dem „Geschichten-Schreiben“ angefangen, was in ihm den Wunsch reifen ließ, eines Tages davon leben zu können. Vorerst entschied sich Terhart aber, Latein und Philosophie zu studieren; Fächer, die er auch anfangs in seiner Heimat am Niederrhein unterrichtete. Schließlich wagte er aber doch den Sprung in die künstlerische Freiheit.

Schwerpunkt seiner Lesung am Willibald-Gymnasium waren die so genannten „Römerkrimis“. Die Handlung von allen drei Romanen wird von den gleichen Hauptpersonen getragen, einer Gruppe Jugendlicher, die immer den entsprechenden Kriminalfall lösen.

In „Die Augen der Hydra“ geht es um die Entführung eines Lehrers, der geheimes Wissen über kriminelle Machenschaften in mehreren Büchern niederschreibt und anschließend entführt wird, um die Herausgabe dieses Buches zu erpressen. „Der Sohn des Gladiators“ ist das Pseudonym für den Anführer einer Jugendbande, den man aber nie zu Gesicht bekommt, weil er seine Befehle prinzipiell hinter einem roten Vorhang versteckt erteilt. „Das Geheimnis der Amphore“ schließlich besteht darin, dass die Jugendlichen im Tiber ein Gefäß finden, in dem sich ein Dokument mit einer Geheimbotschaft befindet.

An vielen Stellen schlug der Referent immer wieder eine Brücke zur Gegenwart, als er zum Beispiel den „Circus Maximus“ mit der Allianz-Arena in München verglich – mit dem einzigen Unterschied, dass in die römische Arena ungefähr viermal so viel Zuschauer passten wie in das Münchener Stadion. Durch zusätzliche Erläuterungen gelang es ihm, den kulturellen Hintergrund des antiken Roms auszumalen. „Für unpünktliches Erscheinen beim Unterricht gab es eine harte Bestrafung, da kam dann schon mal ein Schüler mit einem gebrochenen Arm nach Hause; das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.“

Durch sein unkompliziertes Auftreten konnte der Dichter schnell einen „Draht“ zu seinen Zuhörern herstellen, die seinem Vortrag konzentriert lauschten. Geschickt war auch sein Schachzug, den letzten Teil seines Vortrags mit einem Rätsel zu gestalten, an dessen Lösung die Zuhörer selbst aktiv mitarbeiten durften. Er verteilte in Kopie das Dokument, das die jungen Detektive in der Amphore gefunden hatten. Eingestreut in einen scheinbar harmlosen Brief befanden sich immer wieder Wörter aus unsinnigen Buchstabenkombinationen, die anschließend gemeinsam entschlüsselt wurden.


Franjo Terhart klärte die Zuhörer nun über „Cäsars Quadrat“ auf, eine Geheimschrift, die dieser entwickelt hatte, um militärische Informationen zu übermitteln: Wenn man auf zwei beweglichen Leisten das Alphabet in einer Reihe von links nach rechts aufschreibt und eine der beiden Leisten anschließend um vier Stellen verschiebt, findet man auf der anderen Seite den entsprechenden Buchstaben, um den Code aufzulösen

Johann Kraus